Frontotemporale Demenz (Pick-Krankheit)

Der Weg mit Gisela durch den Straßenverkehr wird für Ernst manchmal zur Herausforderung. © Claudia Thoelen

Die Frontotemporale Demenz (FTD) ist eine Krankheit, bei der der Abbau von Nervenzellen zunächst im Stirn- und Schläfenbereich (Fronto-Temporal-Lappen) des Gehirns stattfindet. Von hier aus werden u.a. Emotionen und Sozialverhalten kontrolliert.

Frontotemporale Demenzen treten normalerweise früher auf als die Alzheimer-Krankheit, meistens schon zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr oder noch früher. Die Spanne ist sehr groß (zwischen 20 und 85 Jahre).

Bei fast allen Patienten fallen zu Beginn der Erkrankung Veränderungen der Persönlichkeit und des zwischenmenschlichen Verhaltens auf. Dazu zählen insbesondere Aggressivität, Taktlosigkeit, maßloses Essen aber auch Teilnahmslosigkeit. Im Verlauf der Erkrankung entwickeln sich Störungen der Sprache, die sich in Wortfindungsstörungen, Benennensstörungen, Sprachverständnisstörungen und fehlendem Mitteilungsbedürfnis bis zum völligen Verstummen äußern. Im weiteren Verlauf kommt es zur Beeinträchtigung des Gedächtnisses, die lange Zeit aber nicht so stark ausgeprägt ist wie bei der Alzheimer-Krankheit.

Die Diagnostik der Frontotemporalen Demenz kann schwierig sein. Weil zu Beginn der Erkrankung Veränderungen der Persönlichkeit und des Verhaltens im Vordergrund stehen, kommt es nicht selten zu Verwechslungen mit psychischen Störungen wie Depression, Burn-out-Syndrom, Schizophrenie oder Manie.

Die Betroffenen zeigen in der Regel kaum Krankheitseinsicht oder Therapiemotivation.
Weil die Vorgänge, die zum Nervenzelluntergang führen, zum größten Teil nicht bekannt und nicht beeinflussbar sind, gibt es bisher allerdings auch keine gezielten Therapiemöglichkeiten. Die medikamentöse Behandlung zielt derzeit darauf ab, die Verhaltensauffälligkeiten der Patienten zu mildern.

Das Zusammenleben mit einem Patienten, der an einer Frontotemporalen Demenz leidet, bedeutet für die Angehörigen eine enorme Belastung. Vor allem sind es die Verhaltensauffälligkeiten, besonders Aggressionen, enthemmtes Verhalten und Unberechenbarkeit der Patienten, die den Angehörigen zu schaffen machen.

Prof. Dr. Alexander Kurz, München

Angehörigengruppen und Internetforum

Bisher gibt es wenig Informationsmöglichkeiten zur FTD. Umso wichtiger ist für Angehörige von Menschen mit FTD der Austausch mit anderen. Dafür kommen zum Beispiel Angehörigengruppen oder das geschützte Internetforum der DAlzG infrage. Zu den Angehörigengruppen

Bundesweiter Erfahrungsaustausch für Angehörige

In vielen Regionen gibt es bisher keine Angehörigengruppen zur FTD. Deshalb findet jährlich ein bundesweiter Erfahrungsaustausch an wechselnden Orten statt. Mehr zum bundesweiten Erfahrungsaustausch

Fachtagungen

Fachtagungen zur FTD richten sich in der Regel sowohl an Angehörige als auch an Fachkräfte aus Medizin, Beratung und Pflege. Die DAlzG stellt die Dokumentationen ihrer Fachtagungen allen Interessierten zur Verfügung. Mehr zu den Fachtagungen

Informationsmaterialien und Links

Informationen zur FTD sind leider oft nur in medizinischen Fachbüchern zu finden. Die DAlzG hat deshalb selbst einige Informationsmaterialien erstellt. Zu den Infomaterialien und Links

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Infoblatt zur Frontotemporalen Demenz

Das Wichtigste 11 - Frontotemporale Demenz