Archiv Alzheimer Info

Aus: Alzheimer Info 03/2001

Zahlen - Daten - Fakten

Alzheimer - Was ist das?

Zurzeit leben etwa eine Million Demenzkranke in der Bundesrepublik Deutschland. Etwa zwei Drittel leiden an der Alzheimer-Krankheit. Trotzdem kann laut einer aktuellen Umfrage* nur rund die Hälfte der Bevölkerung Angaben zum Begriff Alzheimer-Krankheit machen. Was also ist eigentlich Alzheimer?

 

Alzheimer-Krankheit: Veränderungen im Gehirn

Die Alzheimer-Krankheit ist ein durch fehlerhafte Stoffwechselvorgänge hervorgerufener, langsam fortschreitender Verlust von Nervenzellen. Die Folge hiervon ist die Schrumpfung des Gehirns um bis zu 20 Prozent. Durch den Untergang der Nervenzellen werden auch die der Informationsweiterleitung und ?verarbeitung dienenden Übertragungsstellen zwischen den Nervenzellen zerstört. Das Typische der Alzheimer-Krankheit besteht darin, dass das Absterben von Nervenzellen mit der Bildung von abnorm veränderten Eiweißbruchstücken einhergeht, die sich im Gehirn ablagern. Betroffen vom Nervenzell-Verlust sind vor allem jene Abschnitte des Gehirns, die für das Gedächtnis und die Denkfähigkeit wichtig sind.

 

 

Alzheimer-Krankheit: Die Symptome

Die Alzheimer-Krankheit gehört zu den häufigsten Ursachen einer Demenz. Von einer Demenz spricht man, wenn

 

  1. das Gedächtnis so stark beeinträchtigt ist, dass die Fähigkeit, früher erworbenes Wissen abzurufen und neue Informationen zu erlernen, verloren geht und zu einschneidenden Einschränkungen im sozialen und beruflichen Leben führt und
  2. die intellektuellen Leistungen wie korrektes Ausführen von Handlungsabläufen, Wieder erkennen und Identifizieren von Gegenständen und Körperfunktionen, Sprache, abstraktes Denken, Planen und Organisieren sich gegenüber dem früheren Leistungsniveau deutlich verschlechtert haben.

Diese Beeinträchtigungen und psychischen Veränderungen verlaufen - im Gegensatz zu anderen Erkrankungen - chronisch und machen sich über einen längeren Zeitraum hinweg bemerkbar.

 

Alzheimer-Krankheit: Der Verlauf

Vom Einsetzen der ersten Symptome an kann man den Verlauf der Krankheit in drei Stadien einteilen. Jedes Stadium dauert durchschnittlich drei Jahre. Trotzdem ist der Verlauf von Patient zu Patient verschieden. Als Faustregel gilt, dass die Krankheit umso rascher verläuft, je früher sie im Leben auftritt.

 

 

Alzheimer-Krankheit: Wer ist betroffen?

Die Krankheit macht keinen Unterschied hinsichtlich der sozialen Herkunft oder des Geschlechts. Nur im hohen Alter sind Frauen häufiger betroffen als Männer. Das hängt einerseits mit ihrer höheren Lebenserwartung zusammen, möglicherweise spielen aber auch die hormonellen Veränderungen in dieser Altersstufe eine Rolle.

 

 

Alzheimer-Krankheit: Die Lawine rollt

Nach umfangreichen Studien leiden derzeit zwischen 6,5 und 8,7 Prozent der über 65-Jährigen in Deutschland an einer Demenz. Dies entspricht einer Gesamtzahl von 830.000 bis 1,1 Millionen dement Erkrankter. Häufigste Ursache ist mit einem Anteil von zwei Dritteln die Alzheimer-Erkrankung. Sie kann schon vor dem 50. Lebensjahr auftreten, ihre Häufigkeit steigt aber mit dem Lebensalter steil an. Von den 60-Jährigen leidet jeder Hundertste, von den 80-Jährigen jeder Dritte an Alzheimer. Auf Grund der demographischen Entwicklung - also steigender Lebenserwartung und daraus resultierendem Anstieg der Anzahl alter Menschen in der Bevölkerung - wird sich die Zahl der Demenzkranken, sofern es keinen Durchbruch in Prävention und Therapie gibt, bis 2040 auf etwa 1,8 Millionen erhöhen.

 

Alzheimer-Krankheit: Ursachen und Risikofaktoren
Die Ursachen der Erkrankung sind erst teilweise bekannt. Sicher ist, dass mehrere Faktoren zusammenwirken. Wichtigster Risikofaktor ist das Alter. An zweiter Stelle steht eine bestimmte Variante der Blutfettregulierung, die die Ablagerung von Amyloid, einer schwer löslichen Eiweißsubstanz, begünstigt. Krankheitsbegünstigend wirken auch eine mangelnde Schulbildung und spärliche soziale Kontakte. In einigen Familien können Veränderungen des Erbgutes vorliegen, die allein ausreichen, um eine Alzheimer­Krankheit hervorzurufen. Es handelt sich hierbei um Familien, die durch mehrere früh, also in der Regel vor dem 60. Lebensjahr erkrankte Personen gekennzeichnet sind.

 

Alzheimer-Krankheit: Vorbeugung?

Gezielte vorbeugende Maßnahmen sind bisher nicht bekannt. Sicher ist jedoch, dass ein hoher Trainingszustand des Gehirns durch eine lebenslange, umfassende geistige Aktivität, eine fett- und cholesterinarme Ernährung und ein gesunder körperlicher Allgemeinzustand der Alzheimer-Krankheit entgegenwirken. Auch durch bestimmte Medikamente - etwa eine mehrjährige Behandlung mit Antirheumatika oder einem Östrogen-Ersatz bei Frauen nach der Menopause - scheint sich das Risiko um die Hälfte zu verringern.

 



*Die Zahlen beziehen sich auf eine repräsentative Studie, die der Pharmakonzern Janssen-Cilag 2000 initiierte und bei der 1245 Menschen im Alter von 14 bis 99 Jahren befragt wurden.

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