Nach der Diagnose einer Demenzerkrankung stellen sich viele Fragen zur Zukunft des Betroffenen:

Wie kann die Betreuung und Pflege bei fortschreitender Krankheit sichergestellt werden? Welche finanziellen Hilfen gibt es? Welche rechtlichen Schritte müssen in die Wege geleitet werden?

Soweit wie möglich sollten Betroffene selbst Wünsche äußern und Entscheidungen treffen über die Verwaltung des Vermögens, über die zukünftige Pflege, Erbschaften und gewünschte oder nicht gewünschte ärztliche Maßnahmen.
Solche Verfügungen können in einer Vorsorgevollmacht und einer Patientenverfügung festgelegt werden - allerdings nur so lange, wie die Geschäftsfähigkeit der erkrankten Person noch gegeben ist.

Mehr dazu: Informationsblatt 10: Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung, Patientenverfügung

Können wichtige Entscheidungen nicht mehr selbst getroffen werden und wurde keine andere Person bevollmächtigt, kann über das Amtsgericht (Vormundschaftsgericht) eine Betreuung für die erkrankte Person angeregt werden.

Mehr dazu: Informationsblatt 9: Das Betreuungsrecht

Sinnvoll ist es, für Demenzerkrankte eine Haftpflichtversicherung abzuschließen.  Wenn eine solche Versicherung bereits besteht, sollte die Versicherungsgesellschaft über die Erkrankung informiert werden. Viele Versicherungen geben allerdings an, dass eine solche Information nicht nötig sei.

Verschiedene Versicherungen bieten die Mitversicherung von „nicht deliktfähigen“ erwachsenen Personen an. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Versicherung danach.

Demenzkranke, die dauerhaft auf Hilfe und Betreuung auch im Bereich der Körperpflege, Ernährung und Mobilität angewiesen sind, haben Anspruch auf Leistungen der Pflegeversicherung. Die Höhe der Leistungen hängt vom Grad der Pflegebedürftigkeit bzw. der Einschränkung der Selbstständigkeit ab. 

Mehr dazu: Informationsblatt 8: Die Pflegeversicherung

Wenn die Leistungen der Pflegekasse nicht ausreichen, um den tatsächlichen Hilfebedarf abzudecken, besteht Anspruch auf „Hilfe zur Pflege durch das Sozialamt. Das eigene Einkommen und eventuell vorhandenes Vermögen muss allerdings zunächst eingesetzt werden. Kinder und Ehepartnerinnen oder Eherpartner sind bei ausreichend hohem Einkommen zum Unterhalt verpflichtet.

Die Sozialhilfe wird beim zuständigen Sozialamt beantragt.

Ein Schwerbehindertenausweis bringt steuerliche und nicht-steuerliche Vorteile wie Ermäßigung der Kfz-Steuer, ggf. Anspruch auf einen Behindertenparkplatz, Freifahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln, Befreiung von der Rundfunkgebühr sowie Zuschüsse zur Wohnraumanpassung.
Der Antrag kann beim Versorgungsamt gestellt werden.

Weitere Informationen finden Sie auch in unserem „Ratgeber in rechtlichen und finanziellen Fragen“ (6 €). Zum Online-Shop

In unserer Mitgliederzeitung „Alzheimer Info“ erscheinen ebenfalls regelmäßig Artikel zu rechtlichen Fragestellungen. Eine Auswahl daraus finden Sie im Archiv des Alzheimer Info. Zum Archiv des Alzheimer Info