Elisabeth in ihrem Wohnzimmer © Claudia Thoelen

Die Alzheimer-Krankheit ist eine hirnorganische Krankheit. Sie ist nach dem deutschen Neurologen Alois Alzheimer (1864 - 1915) benannt, der die Krankheit erstmals im Jahre 1906 wissenschaftlich beschrieben hat.

Der größte Risikofaktor für die Entwicklung einer Alzheimer-Krankheit ist das Alter. Nur in seltenen Fällen sind die Betroffenen jünger als 60 Jahre.

Kennzeichnend für die Erkrankung ist der  langsam fortschreitende Untergang von Nervenzellen und Nervenzellkontakten.

Im Gehirn von Alzheimer-Kranken sind typische Eiweißablagerungen (Amyloid-Plaques) festzustellen.

Zum Krankheitsbild gehören Gedächtnis- und Orientierungsstörungen, Sprachstörungen, Störungen des Denk- und Urteilsvermögens sowie Veränderungen der Persönlichkeit. Diese Störungen sind bei den Betroffenen unterschiedlich stark ausgeprägt und nehmen im Verlauf der Erkrankung zu. Sie machen die Bewältigung des normalen Alltagslebens immer schwieriger.

Die Patienten sind zunehmend auf Hilfe und Unterstützung angewiesen. Die jeweiligen Anforderungen an Betreuung, Pflege, Therapie und ärztliche Behandlung sind dabei sehr unterschiedlich. Denn Alzheimer-Kranke sind keine einheitliche Gruppe, sondern Individuen mit ganz unterschiedlichen Lebensläufen, Kompetenzen und Defiziten, die in unterschiedlichen sozialen und wirtschaftlichen Situationen leben.

Auf den folgenden Infoblättern, die im pdf-Format zur Verfügung stehen, finden Sie Informationen zu Diagnose, Therapie, Genetik und Biologie der Alzheimer-Krankheit. Diese Infoblätter sind von anerkannten Experten der verschiedenen Fachgebiete für uns zusammengestellt worden. Die Informationen zu medikamentösen Therapien finden sich in ähnlicher Form auch in den Leitlinien der wissenschaftlichen Fachgesellschaften und Patientenleitlinien.

Weitere Informationen, z. B. zur Pflegeversicherung, zum Betreuungsrecht oder auch zu Entlastungsangeboten finden Sie in der Rubrik Angehörige

  

Verlauf der Alzheimer-Krankheit

Leichtgradige Demenz

Im frühen Krankheitsstadium stehen Beeinträchtigungen des Kurzzeitgedächtnisses im Vorder­grund. Die Erkrankten können sich den Inhalt von Gesprächen nicht einprägen oder finden abgelegte Gegenstände nicht mehr wieder. Zusätzlich bestehen Störungen des planenden und organisierenden Denkens, Wortfindungs- und Orientierungsstörungen.

Die Kranken erleben oft bewusst, dass sie etwas vergessen. Sie sind verwirrt, weil andere Dinge behaupten, an die sie sich nicht erinnern können. Dies wirkt bedrohlich für sie und es kommt vermehrt zu peinlichen Situationen. Je nach Persönlichkeitsstruktur reagieren die Erkrankten depressiv, aggressiv, abwehrend oder mit Rückzug. Sie versuchen, eine „Fassade“ aufrecht zu erhalten.

Die Betroffenen sind in diesem Stadium bei Alltags­aufgaben weitgehend selbstständig. Lediglich komplizierte Tätigkeiten, bei­spielsweise das Führen des Bankkontos oder die Benutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln, können sie nur mit Hilfe ausführen. Die Fähigkeiten, Urteile zu fällen und Probleme zu lösen, sind eingeschränkt, aber nicht aufgehoben. Aus die­sem Grund müssen Betroffene in diesem Krankheitsstadium an den Ent­scheidungen bezüglich ihrer Behandlung und Betreuung beteiligt werden.

Mittelschwere Demenz

Die Einschränkungen von Gedächtnis, Denkvermögen und Orientie­rungsfähigkeit nehmen allmählich zu und erreichen einen Grad, der die selbstständige Lebensführung nicht mehr zulässt. Die Betroffenen brau­chen zunehmend Hilfe bei einfachen Aufgaben des täglichen Lebens wie Einkaufen, Zubereiten von Mahlzeiten, Bedienen von Haushaltsgeräten oder der Körperpflege. Viele Erkrankte können keine vollständigen Sätze mehr bilden und sind dadurch schwer zu verstehen. Die Erinnerungen an lang zurückliegende Ereignisse verblassen ebenfalls. Sie wissen nicht mehr, wen sie geheiratet oder welchen Beruf sie ausgeübt haben, wie ihre Kinder heißen, oder wie alt sie sind.

Auch die Wahrnehmung des eigenen Krankseins geht weitgehend verloren. Es kann vorkommen, dass sich die Erkrankten wie im besten Erwach­senenalter fühlen, ihre längst verstorbenen Eltern suchen oder zur Arbeit gehen wollen. Weiterhin können ausgeprägte Veränderungen des Verhaltens hinzukommen. Sie sind für die Angehörigen besonders belastend. Am häufigsten ist eine hochgra­dige Unruhe. Die Demenzkranken gehen rastlos auf und ab, laufen ihren Bezugspersonen hinterher, stellen fortwährend dieselben Fragen oder wollen ständig die Wohnung verlassen. Viele Kranke zeigen auch gereizte und aggressive Verhaltensweisen. Nicht selten treten wahnhafte Befürch­tungen oder Überzeugungen auf, z. B. bestohlen, betrogen oder abgeschoben zu werden.

Schwere Demenz

Im fortgeschrittenen Stadium besteht ein hochgradiger geistiger Ab­bau, die Sprache beschränkt sich nur noch auf wenige Wörter oder versiegt ganz. Die Demenzkranken sind bei allen Verrichtungen des täglichen Lebens auf Hilfe angewiesen. In der Regel geht die Kontrolle über Blase und Darm sowie über die Körperhaltung verloren. Viele können nicht mehr ohne Hilfe gehen, brauchen einen Rollstuhl oder werden bettlägerig. Es können Versteifungen in den Gliedmaßen, Schluck­störungen und Krampfanfälle auftreten.

Die Anfälligkeit für Infektionen steigt. Die Alzheimer-Krankheit selbst führt nicht zum Tod. Die häufigste Todesursache ist eine Infektionskrankheit.