Alois Alzheimer

Alois Alzheimer wurde am 14. Juni 1864 in Markbreit in Bayern geboren. Nach Beendigung seiner Schulzeit in Aschaffenburg studierte er Medizin in Berlin, Tübingen und Würzburg, wo er 1887 seine Dissertation zum Thema "Über die Ohrenschmalzdrüsen" schrieb. Nach dem Staatsexamen 1888 arbeitete er als Assistenzarzt unter Emil Sioli in der "Städtischen Heilanstalt für Irre und Epileptische" in Frankfurt am Main. Dabei wurde sein Interesse für das menschliche Gehirn geweckt.

Zusammen mit seinem Kollegen Franz Nissl verbrachte Alzheimer die folgenden Jahren mit histologischen und histopathologischen Studien der Hirnrinde und veröffentlichte eine Reihe von Arbeiten. Im Jahr 1895 wurde Alzheimer in Frankfurt zum Oberarzt ernannt, 1902 ging er zu Emil Kraepelin nach Heidelberg und mit diesem dann weiter an die Psychiatrische Klinik in München, wo er das hirnanatomische Laboratorium leitete und sich 1904 habilitierte.

Nachdem er eine Reihe von wissenschaftlichen Arbeiten zu Erkrankungen des Gehirns veröffentlicht hatte, hielt er am 3. November 1906 einen Vortrag bei der 37. Versammlung Südwestdeutscher Irrenärzte, die ihn berühmt machen sollte. In diesem Vortrag beschrieb Alzheimer das "eigenartige Krankheitsbild" seiner Patientin Auguste D. (16. Mai 1850 - 8. April 1906).

Bei ihr machte sich früh eine auffallende Gedächtnisschwäche bemerkbar, die mit Desorientierung und Halluzinationen verknüpft war und zu ihrem Tod im Alter von 55 Jahren führte. Die Obduktion des Gehirns ergab eine Reihe von Anormalitäten: Die Hirnrinde war dünner als normal und Ablagerungen eigentümlicher Stoffwechselprodukte in Form von Plaques waren zu finden.

Mit einem neuartigen Färbemittel konnte Alzheimer erstmals auch eine Veränderung der Neurofibrillen nachweisen. Die mit diesen auffälligen Veränderungen des Gehirns verknüpfte Krankheit benannte Kraepelin später nach Alzheimer.

Alois Alzheimer heiratete im Jahr 1894 die Witwe eines Bankiers, Cäcilia Geisenheimer, was ihn finanziell unabhängig machte. Seine Frau verstarb im Jahr 1901 nach sieben Jahren Ehe, in denen sie drei Kinder geboren hatte. Eine von Alzheimers Töchtern, Gertrude, heiratete später den bekannten Psychiater Georg Stertz.

Im Jahr 1913, auf seinen Weg nach Breslau, wo er 1912 eine Professur für Psychiatrie an der Psychiatrischen und Nervenklinik der Schlesischen Friedrich-Wilhelm-Universität übernommen hatte, zog er sich eine schwere infektiöse Erkrankung zu, durch die auch sein Herz angegriffen wurde. Von dieser Krankheit sollte er sich nie mehr erholen.

Am 19. Dezember 1915 starb er im Alter von 51 Jahren und wurde neben seiner Frau auf dem Hauptfriedhof in Frankfurt am Main beigesetzt.

Noch heute basiert die pathologische Diagnose der Alzheimer-Krankheit auf den gleichen Untersuchungsmethoden, die Alois Alzheimer 1906 erstmalig benutzte.

Dies ist bemerkenswert, wenn man die Entwicklung von Untersuchungsmethoden bei anderen Erkrankungen betrachtet und macht deutlich, wie bedeutend die Entdeckung von Alzheimer noch heute ist.

Wer mehr über das Leben und die Arbeit von Alois Alzheimer wissen möchte, kann hier weiterlesen:

  • Konrad und Ulrike Maurer: Alzheimer. Das Leben eines Arztes und die Karriere einer Krankheit. Piper 2000, ISBN 978-3492232203
  • Michael Jürgs: Alzheimer. Spurensuche im Niemandsland. Bertelsmann Verlag 2006, ISBN 978-3570009345
  • Hans Lauter: Alois Alzheimer and German Psychiatry (Alois Alzheimer und die Deutsche Psychiatrie; englisch) in: Brücken in die Zukunft, Tagungsband zum Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft, 2000;
    (Der Tagungsband ist leider vergriffen, eine Kopie des Artikels kann gegen Einsendung eines frankierten Rückumschlages (1,45 €) an die Deutsche Alzheimer Gesellschaft bestellt werden.)

oder sich über das Geburtshaus von Alois Alzheimer im Internet informieren: