Geförderte Projekte

Zu den satzungsgemäßen Aufgaben der Deutschen Alzheimer Gesellschaft gehört die Unterstützung der wissenschaftlichen Forschung.

Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft unterstützt deshalb regelmäßig Forschungsvorhaben im Bereich Demenz.

Personen oder Institutionen, die Forschungsprojekte durchführen bzw. Projekte beginnen wollen, deren Ergebnisse zur Verbesserung von Therapie und Versorgung von Demenzkranken und ihren Angehörigen erkennbar beitragen, können sich um eine Förderung bewerben.

Die nächste Forschungsförderung wird im Oktober 2018 vergeben. Bewerbungsschluss ist der 10. Januar 2018.

Förderbedingungen für 2018

Forschungsförderung 2016

2016 konnte die Deutsche Alzheimer Gesellschaft zwei Projekte mit einer Forschungsförderung von insgesamt gut 250.000 € unterstützen:

  • Einen Betrag von 95.883 € erhielt das Projekt „Selbsthilfe Aktiv – (Inter-)aktive Selbsthilfe für türkeistämmige pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz“. Es wurde eingereicht von Prof. Dr. Oliver Razum, Dr Hürrem Tezcan-Güntekin und Medlin Kurt (MSc. PH) von der Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Universität Bielefeld. Pflegende Angehörige in türkischen Familien sind starken Belastungen ausgesetzt, nehmen kaum ambulante und stationäre Hilfen in Anspruch und die gesundheitliche Selbsthilfe ist in der türkischen Kultur nicht geläufig. Gleichzeitig ist Demenz innerhalb dieser Bevölkerungsgruppe noch sehr stigmatisiert und führt oft zu sozialer Isolation.  Im Rahmen des Projekts „Selbsthilfe Aktiv“ sollen türkeistämmige pflegende Angehörige durch eine WhatsApp-Gruppe miteinander vernetzt werden. Im Rahmen des Projekts wird das Konzept ausgearbeitet, Interviews mit türkeistämmigen pflegenden Angehörigen geführt und die Umsetzung evaluiert. 
  • Das Projekt „Barriereabbau in der hausärztlichen Demenzdiagnostik für Menschen mit Migrationshintergrund (BaDeMi)“ wurde eingereicht von Dr. med. Johannes Just, MPH Rieke Schnakenberg, Prof. Dr. oec. troph Eva Münster und Prof. Dr. med Klaus Weckbecker vom Institut für Hausarztmedizin der Universität Bonn. Ziel des Projekts ist es, durch eine wissenschaftlich fundierte und praktisch bedeutsame Informationsintervention bei Hausärztinnen und -ärzten, Medizinischen Fachangestellten, Betroffenen und deren Angehörigen Barrieren in der Demenzdiagnostik und Demenzversorgung abzubauen. In den Hausarztpraxen soll das Bewusstsein für eine mögliche Demenzerkrankung bei Menschen mit Migrationshintergrund geschärft werden und zum Gespräch über einen Demenzverdacht motiviert werden, um eine frühe Diagnosestellung zu erreichen. Dazu werden Informationsmaterialien sowohl für Ärztinnen und Ärzte und Fachangestellte, wie auch für Patientinnen und Patienten entwickelt, Interviews geführt und eine Evaluation erstellt. Das Projekt wird mit einem Betrag von 154.326 € gefördert.

Forschungsförderung 2014

Im Jahr 2014 hat die Deutsche Alzheimer Gesellschaft insgesamt rund 190.000 € Forschungsförderung an zwei Projekte vergeben:

  • Das Projekt „Validierung und Optimierung des individuellen Nutzens von Ortungssystemen in der häuslichen Pflege von Menschen mit Demenz“ wurde von Dr. med. Oliver Peters, Herlind Megges, M.Sc. und Natalie Jankowski, B.Sc., von der Charité – Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Berlin, eingereicht. Es wird mit 99.250 € gefördert. Das Projekt soll dazu beitragen, dass Ortungssysteme für Menschen mit Demenz und ihre pflegenden Angehörigen einfacher zu benutzen sind. Dazu soll ein bereits bestehendes Ortungssystem über einen Zeitraum von sechs Monaten von zwanzig Demenzkranken und ihren Pflegepersonen getestet werden. Zunächst soll die Frage beantwortet werden, wer überhaupt von einem Ortungssystem profitieren kann, denn sie sind nicht für alle Menschen und nicht in jedem Stadium einer Demenzerkrankung sinnvoll. Außerdem soll ein begleitendes Schulungskonzept entwickelt und die Gebrauchsfähigkeit und Akzeptanz des Ortungssystems getestet werden.
  • Das zweite ausgewählte Projekt „Fahrtauglichkeit bei Demenz – Entwicklung einer konsensus-basierten Vorgehensempfehlung für die hausärztliche Praxis“ wird mit 91.740 € gefördert. Es wurde von Dr. rer. nat. Michael Pentzek, Verena Leve, Dipl. Soz. Geront., M.A. und Univ.-Prof. Dr. med. Stefan Wilm von der Medizinischen Fakultät der Heinrich-Heine-Universität  Düsseldorf eingereicht. Ziel dieses Projektes ist die Weiterentwicklung von Empfehlungen zum Umgang mit Fahrtauglichkeit von Menschen mit Demenz in der hausärztlichen Praxis. Hausärztinnen und Hausärzte sind oft die ersten und wichtigsten Ansprechpersonen für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen. Die fachkundige Diagnose von Demenz und die spätere Begleitung sind oft ihre Aufgabe. In einer Reihe von Gruppendiskussionen mit Demenzkranken, ihren Angehörigen und Hausärzten/innen wird der Umgang mit Fahrtauglichkeit bei Demenz erörtert. In einem zusätzlichen Workshop werden sich Experten/innen unterschiedlicher Professionen mit dem Thema auseinander setzen. Die Ergebnisse sollen als Lehrinhalte in die allgemeinmedizinischen Fortbildungen des Instituts einfließen und in die „Leitlinie Demenz“ der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin einbezogen werden.

Forschungsförderung 2012

Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft konnte 2012 insgesamt 181.000 € als Forschungsförderung an zwei Projekte vergeben.

  • Tanja Richter, Anja Gerlach und Prof. Dr. Ingrid Mühlhauser von der MIN-Fakultät, Gesundheits­wissenschaften der Universität Hamburg erhielten 99.000 € für ihr Projekt "Entwicklung und Pilotierung eines Schulungs­programms zur Gesundheitsvorsorge für ehrenamtliche rechtliche BetreuerInnen und BerufsbetreuerInnen von Menschen mit Demenz (PRODECIDE)". Ziel des Projektes ist der Ausbau der Kompetenzen von rechtlichen Betreuern im Bereich der Entscheidungsfindung, die Vergrößerung ihres Fachwissens zur Demenz und damit die Verbesserung der Versorgungssituation von Menschen mit Demenz, die unter Betreuung stehen.
    Projektbericht (Kurzfassung)
    Abschlussbericht
  • Das Projekt "Kassendatenbasierte Analyse der Versorgungssituation von Menschen mit Demenz und Diabetes", eingereicht von Larissa Schwarzkopf, Dr. Michaela Schunk und Prof. Dr. Rolf Holle vom Institut für Gesundheitsökonomie und Management im Gesundheitswesen des Helmholtz Zentrum München, wird mit einer Summe von 82.000 € gefördert. Das Projekt will untersuchen, ob eine Diabesteserkrankung bei Menschen mit Demenz weniger gut behandelt wird als bei Menschen ohne Demenz. Die erhobenen Daten sollen eine Grundlage für weitergehende Forderungen zugunsten einer besseren Versorgung von Menschen mit Demenz bilden.
    Abschlussbericht zum Projekt (Kurzfassung)

Forschungsförderung 2010

Die Deutschen Alzheimer Gesellschaft vergab 2010 insgesamt 141.188 € als Forschungsförderung an zwei Projekte, die der Fachliche Beirat aus 33 Einreichungen ausgewählt hat.

  • Prof. Dr. Sabine Engel vom Institut für Psychogerontologie der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg erhielt eine Förderung in Höhe von 67.775 € für das Projekt "EduKationTÜRKISCH - Entlastung durch Förderung der Kommuniaktion bei Angehörigen demenzerkrankter türkischer Migrantinnen und Migranten". Ziel dieses Projekts ist es, ein bereits erprobtes Schulungskonzept entsprechend den Bedürfnissen der Angehörigen Demenzkranker türkischer Herkunft zu modifizieren und damit praxisnahe Hilfen für diese rasch wachsende Gruppe zu ermöglichen.
    Abschlussbericht EduKation Türkisch
  • Gudrun Ulbrecht, Birgit Eichenseer (Bereich Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie der Psychiatrischen Universität Erlangen) und Hans-Dieter Mückschel (Angehörigenberatung e.V. Nürnberg) wollen mit ihrem Projekt : "Verbesserung der Lebensqualität, Motorik, Kognition und Beziehungsqualität bei zuhause lebenden Menschen mit Demenz mittels gezieltem Bewegungstraining, Tanzen oder sensomotorischem Training in Gruppen mit Angehörigen" Akzeptanz, Nutzen und Nachhaltigkeit verschiedener Aktivierungsprogramme erforschen. Hierfür bekamen sie Fördermittel in Höhe von 73.413 € zur Verfügung gestellt.
    Hier finden Sie eine Präsentation der Ergebnisse des BeWiTa-Projekts

Forschungsförderung 2008

Die Forschungsförderung der Deutschen Alzheimer Gesellschaft betrug 2008 insgesamt 200.000 €, die zu gleichen Teilen an zwei Projekte vergeben wurden.

  • Dr. Matthias Schützwohl von der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitäts­klini­kums Carl Gustav Carus der Technischen Universität Dresden wurde mit seinem Projekt "Behandlungsbedürfnis und Inanspruchnahmeverhalten bei Demenzerkrankungen, Versorgungsforschung für Patienten und ihre pflegenden Angehörigen (BIADEM)" gefördert. Er hat untersucht, weshalb Demenzkranke bzw. ihre Angehörigen Angebote wie zum Beispiel Beratung, Gedächtnissprechstunden, Tagespflegeeinrichtungen oder Betreuungs­gruppen teilweise nicht in Anspruch nehmen und wie die Hilfestrukturen so gestaltet werden können, dass sie den Bedürfnissen der Demenzkranken und ihrer Angehörigen besser gerecht werden.
    Abschlussbericht

Forschungsförderung 2006

Die Forschungsförderung der Deutschen Alzheimer Gesellschaft in Höhe von insgesamt 8.400 € ging 2006 an zwei Forschungsvorhaben, die zur Verbesserung der Therapie und Versorgung Demenzkranker beitragen sollen:

  • "Harninkontinenz bei Demenzkranken in stationären Einrichtungen" ist das Thema des Projekts von Gerrit Beyer und Rico Hampel, Diplompflegewirte im Städtischen Altenheim Glauchau, für das 3.000 € zur Verfügung gestellt wurden. In einer Langzeitstudie wollen sie die Häufigkeit von Inkontinenz, mögliche Einflussfaktoren und die Verwendung von Inkontinenzmaterialien in einer stationären Einrichtung untersuchen. Als Ergebnis des Projektes sollen Präventionsmaßnahmen für Harninkontinenz entwickelt werden.
  • Das Projekt von Christin Hinrichs und Julia Oswald, Diplom-Kauffrauen an der Universität Osnabrück, das 5.600 € erhielt, beschäftigt sich mit Risiko-Management in stationären Altenpflegeeinrichtungen. Für jedes erkannte Risiko sollen individuelle Prophylaxe-Maßnahmen entwickelt werden. Die Ansprüche der Pflege und die ökonomischen Zwänge sind oft schwer zu vereinbaren. Henrichs und Oswald wollen ein Konzept entwickeln, das eine gute wie auch kostengünstige Pflege ermöglicht.
    Die Ergebnisse aus diesem Projekt sind in der gemeinsamen Dissertation der Forscherinnen "Interdisziplinäre Risikobetrachtung in der Stationären Altenhilfe" bei der Universität Osnabrück veröffentlicht.

Forschungsförderung 2004

Die Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V. förderte 2004 drei Projekte.

Zwei Forschungsprojekte wurden mit je 10.000 € ausgestattet:

  • Zum einen die "Forschungsgruppe Geriatrie" der Berliner Charité, mit Prof. Dr. Elisabeth Steinhagen-Thiessen, Dr. Gernot Lämmler, Dipl.-Psych. Elisabeth Stechl. Sie erhielten das Geld für das Forschungsprojekt "Subjektive Wahrnehmung der Demenz im Frühstadium (SUWADEM)": Demenzkranke Patienten sollen nach ihrer Lebenssituation, ihren Bedürfnissen und Ängsten befragt werden. Wie erklären sie sich die Krankheit? Wie versuchen sie die Krankheit zu bewältigen? Welche Unterstützung erwarten sie? Hierzu soll die Studie fundierte Erkenntnisse liefern. 
    Einen Bericht zu den Ergebnissen finden Sie im Tagungsband "Demenz - eine Herausforderung für das 21. Jahrhundert. 100 Jahre Alzheimer-Krankheit" zum 22. Internationalen Kongress von Alzheimer's Disease International, Berlin 2006. Der Tagungsband ist vergriffen, bei Interesse an dem Artikel schreiben Sie bitte an info[at]deutsche-alzheimer.de.
  • Für das Projekt "Die zeitliche Abstimmung zwischen demenziell erkrankten Menschen und ihren Helfern" werden Prof. Dr. Annemarie Jost, Prof. Karl-Heinz Himmelmann und Prof. Dr. Eva-Maria Neumann vom Fachbereich Sozialwesen der Fachhochschule Lausitz gefördert. Die Forscher wollen Interaktionen zwischen Kranken und ehrenamtlichen Helferinnen auf Video aufnehmen und systematisch auswerten, um die Pflege besser synchronisieren zu können.
  • Schmerzen und ihre Erfassung bei Demenzkranken stehen im Zentrum des Forschungsprojektes von Meike Schwermann vom Fachbereich Pflege der Fachhochschule Münster, das mit 5000 € gefördert wird.

Forschungsförderung 2002

Drei Projekte wurden 2002 mit jeweils 8.000 € gefördert:

  • Für eine verbesserte Früherkennung und den Umgang mit einer Demenzerkrankung im Alltag steht das Projekt "Das Frühstadium der Alzheimer-Erkrankung als Krise der Alltagswelt" von Prof. Dr. Manfred Langehennig von der Fachhochschule Frankfurt am Main. Im Mittelpunkt steht der Zeitraum zwischen dem ersten Auftreten von Krankheitssymptomen und der ärztlichen Diagnose. Ausführliche biographishe Interviews sollen erhellen, wie Familien mit dieser schwierigen, durch Ungewissheit gekennzeichneten Phase umgehen. Das Projekt findet in Kooperation mit der Alzheimer Gesellschaft Main-Kinzig-Kreis e.V. statt. 
  • Der Architekt Jürgen Dettbarn-Reggentin vom Institut für sozialpolitische und gerontologische Studien (ISGOS) in Berlin untersucht die Auswirkungen unterschiedlicher Wohnformen auf Demenzkranke. Er erhielt den Preis für die "Evaluation des Modellprojektes Wohnhof Schönholzer Heide mit Zentrum für Pflege, Fortbildung und Praxisforschung bei Demenzerkrankungen". Die Studie soll zeigen, wie sich die unterschiedlichen Wohnformen, die der Wohnhof Schönholzer Heide anbietet, auf das Wohlbefinden der Kranken und die Entlastung ihrer Angehörigen auswirken. Welche Rolle Angehörige bei der Betreuung ihrer Kranken in diesen Wohnformen übernehmen möchten und können, soll ebenfalls herausgefunden werden.
  • Die Entwicklung von Qualitätskriterien für die Versorgung Demenzkranker, die auch die Sicht der betroffenen Kranken und ihrer Angehörigen berücksichtigen, stehen im Zentrum des Forschungsprojektes "Anforderungen an die Qualität ambulanter und teilstationärer Hilfsangebote für Demenzkranke und ihre Angehörigen aus Sicht der "Nutzer", der Anbieter und unabhängiger Experten". Privatdozent Dr. Elmar Gräßel von der Alzeimer Gesellschaft Mittelfranken e.V. will in Kooperation mit den Alzheimer Gesellschaften Brandenburg und Dortmund sowie der Stadt Kassel das Forschungsvorhaben in drei Modellregionen parallel umsetzen.

Berichte zu den Ergebnissen der geförderten Projekte sind im Tagungsband "Keine Zeit zu verlieren" zum 4. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft, Lübeck 2004, veröffentlicht. Der Tagungsband ist vergriffen, bei Interesse an den Artikeln schreiben Sie bitte an info[at]deutsche-alzheimer.de

Forschungsförderung 2000

Erstmalig wurde die Forschungsförderung im Jahr 2000 in Höhe von damals 25.000 DM an zwei Projekte vergeben:

  • Dr. Barbara Romero vom Alzheimer Therapiezentrum der Neurologischen Klinik Bad Aibling erhielt die Förderung für das Forschungsprojekt "Therapeutische Wirkung eines zeitlich limitierten stationären Behandlungsprogramms für Demenzkranke und betreuende Angehörige".
  • Gerlinde Dietl, Angehörigenberatung e.V. Nürnberg und PD Dr. Elmar Gräßel, Alzheimer Gesellschaft Mittelfranken e.V. bzw. Universität Erlangen-Nürnberg, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, erhielten eine Förderung für das Projekt "Motivation und Erfahrungen ehrenamtlicher Helferinnen in der häuslichen Betreuung von Demenzkranken".

Berichte zu den Ergebnissen dieser Projekte sind im Tagungsband "Gemeinsam handeln" zum 3. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft, Friedrichshafen 2002, veröffentlicht. Der Tagungsband ist vergriffen, bei Interesse an den Artikeln schreiben Sie bitte an info[at]deutsche-alzheimer.de.