Der Weg mit Gisela durch den Straßenverkehr wird für Ernst manchmal zur Herausforderung. © Claudia Thoelen

Die Frontotemporale Demenz (FTD) ist eine Krankheit, bei der Nervenzellenvor allem im Stirn- und Schläfenbereich (= frontaler und temporaler Lappen) des Gehirns absterben. Von hier aus werden unter anderem Emotionen und Sozialverhalten kontrolliert.

Frontotemporale Demenzen beginnen normalerweise früher als die Alzheimer-Krankheit, durchschnittlich zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr. Die jüngsten Patienten erkranken im dritten Lebensjahrzehnt, manche Patienten aber auch erst im fortgeschrittenen Alter.

Bei fast allen Patienten fallen zu Beginn der Erkrankung Veränderungen der Persönlichkeit und des zwischenmenschlichen Verhaltens auf. Dazu zählen insbesondere Teilnahmslosigkeit aber auch Reizbarkeit, Taktlosigkeit, und Enthemmung. Bei manchen Patienten zeigen sich ausgeprägte Sprachstörungen vor allem im Sinne von Wortfindungsstörungen und Benennstörungen. Im weiteren Verlauf der FTD kommt es zur Beeinträchtigung des Gedächtnisses, die lange Zeit meist aber nicht so stark ausgeprägt ist wie bei der Alzheimer-Krankheit.

Die Diagnostik der Frontotemporalen Demenz kann schwierig sein. Weil zu Beginn der Erkrankung Veränderungen der Persönlichkeit und des Verhaltens im Vordergrund stehen, kommt es nicht selten zu Verwechslungen mit psychischen Störungen wie Depression, Burn-out-Syndrom, Schizophrenie oder Manie.

Die Betroffenen zeigen in der Regel kaum Krankheitseinsicht oder Therapiemotivation.
Weil die Vorgänge, die zum Nervenzelluntergang führen, zum größten Teil nicht bekannt und nicht beeinflussbar sind, gibt es bisher allerdings auch keine gezielten Therapiemöglichkeiten. Die medikamentöse Behandlung zielt derzeit darauf ab, die Verhaltensauffälligkeiten der Patienten zu mildern.

Das Zusammenleben mit einem Patienten, der an einer Frontotemporalen Demenz leidet, bedeutet für die Angehörigen eine enorme Belastung. Vor allem sind es die Verhaltensauffälligkeiten, besonders Aggressionen, enthemmtes Verhalten und Unberechenbarkeit der Patienten, die den Angehörigen zu schaffen machen.

Prof. Dr. Janine Diehl-Schmid, München

Angehörigengruppen und Internetforum

Bisher gibt es wenig Informationsmöglichkeiten zur FTD. Umso wichtiger ist für Angehörige von Menschen mit FTD der Austausch mit anderen. Dafür kommen zum Beispiel Angehörigengruppen oder das geschützte Internetforum der DAlzG infrage. Zu den Angehörigengruppen

Bundesweiter Erfahrungsaustausch für Angehörige

In vielen Regionen gibt es bisher keine Angehörigengruppen zur FTD. Deshalb findet jährlich ein bundesweiter Erfahrungsaustausch an wechselnden Orten statt. Mehr zum bundesweiten Erfahrungsaustausch

Fachtagungen

Fachtagungen zur FTD richten sich in der Regel sowohl an Angehörige als auch an Fachkräfte aus Medizin, Beratung und Pflege. Hier finden Sie Fachtagungen und Seminare zur FTD, die sowohl von der DAlzG als auch von Anderen organisiert werden. Die DAlzG stellt die Dokumentationen ihrer Fachtagungen allen Interessierten zur Verfügung. Mehr zu den Fachtagungen

Informationsmaterialien und Links

Informationen zur FTD sind leider oft nur in medizinischen Fachbüchern zu finden. Die DAlzG hat deshalb selbst einige Informationsmaterialien erstellt. Zu den Infomaterialien und Links