Erhält man die Diagnose Demenz stellen sich viele Fragen zur Gestaltung des weiteren Lebens:

  • Kann ich noch berufstätig sein?
  • Wie kann ich für die Zukunft vorsorgen?
  • Wer soll mich unterstützen?

Gerade zu Beginn einer Demenzerkrankung können Sie Vieles für die Zu­kunft regeln. Sie können diese und ähnliche Fragen mit Ihrem Partner, den Kindern, oder Freunden besprechen. Sie können wichtige Aspekte schriftlich festhalten und gegebenenfalls notariell beurkunden lassen.

Verschiedene Bereiche sind bei der rechtlichen und finanziellen Vorsorge zu beachten:

Ich bin noch berufstätig

Suchen Sie das Gespräch mit Ihren Vorgesetzten, wenn Sie Ihrem Beruf weiter nachgehen wollen.

Vielleicht sind Sie nicht mehr allen Anforderungen gewachsen, in vielen Bereichen aber noch kompetent und leistungsfähig.

Besprechen Sie, ob es zum Beispiel möglich ist, Ihre Aufgabenbereiche zu verändern. Denkbar ist auch, die Wochen-Arbeitszeit zu reduzieren.

Wenn eine Rückkehr in den Beruf nicht mehr möglich ist, sollten Sie sich krankschreiben lassen. Versuchen Sie, Ihren Anspruch auf Krankengeld (§ 48 SGB V) für längstens 78 Wochen auszuschöpfen.

Anschließend haben Sie die Möglichkeit, eine Erwerbsminderungsrente zu beantragen. Besteht bereits ein Anspruch auf die Altersrente, ist Ihnen diese zu gewähren.

Ich möchte, dass die Familie wichtige Entscheidungen in meinem Sinn treffen kann

Mit einer Vorsorgevollmacht können Sie eine Vertrauensperson bevollmächtigen, für Sie zu handeln. Dies gilt für den Zeitpunkt, wenn Sie dazu krankheitsbedingt nicht mehr in der Lage sind.

Diese Person kann bevollmächtigt werden,

  • Entscheidungen im Rahmen von medizinischen Behandlungen zu treffen
  • die finanziellen Angelegenheiten zu regeln
  • einen Platz in einem Pflegeheim zu suchen.

Eine Betreuung entsprechend dem Betreuungsge­setz wird dann notwendig, wenn es keine Vorsorgevollmacht gibt, oder diese nicht ausreichend ist.

Mit Hilfe einer Betreuungsverfügung haben Sie die Möglichkeit eine oder mehrere Personen zu bestimmen, die für Sie als Betreuer handeln sollen.

Ich möchte darlegen, welche Wünsche ich bezüglich medizinischer Maßnahmen, insbesondere am Lebensende, habe

Alle ärztlichen Maßnahmen bedürfen der Einwilligung des Patienten.

Krankheitsbedingt können Sie eines Tages diese Einwilligung nicht mehr geben. Deshalb ist eine Patientenverfügung wichtig.

Stellen Sie sich vor, Sie sind in einem lebensbe­drohlichen Zustand. Möchten Sie künstlich ernährt werden? Möchten Sie künstlich beatmet werden? Dies sind Fragen, die Sie mit einer Patientenverfügung beantworten können.

Ich möchte ein Testament aufsetzen

In einem Testament bestimmen Sie, was nach Ihrem Tode mit Ihrem Geldvermögen, Ihren Immobilien usw. geschehen soll.

Es muss mit Datum versehen und eigenhändig geschrieben und unterschrieben sein. Wenn Sie ganz sicher gehen wollen, können Sie dies bei einem Notar erledigen. Dann kann das Testament später nicht angefochten werden.

Wenn Ihnen das alles zu kompliziert erscheint, suchen Sie sich Unterstützung. Bitten Sie eine Person Ihres Vertrauens, eine Beratungsstelle oder einen Rechtsanwalt um Hilfe.

Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft hat ein Buch herausgegeben, in dem diese Fragen ausführ­lich behandelt werden, den „Ratgeber in rechtlichen und finan­ziellen Fragen“.   Zum Online-Shop