Technische Geräte gehören heute ganz selbstverständlich zu unserem Alltag. Das fängt beim Bügeleisen an und reicht bis hin zum Computer.

Häufige Symptome einer Demenzerkrankung sind die Störung des Kurzzeitgedächtnisses oder die Störung der Merkfähigkeit. Diese können dazu führen, dass selbst vertraute Geräte nicht mehr richtig bedient werden können.

Gleichzeitig gibt es inzwischen viele technische Hilfsmittel, die Einschränkungen ausgleichen können.

Anhand ausgewählter Situationen werden im Folgenden einige technische Lösungen und Hilfsmittel kurz beschrieben.

Situation 1: Ich vergesse ab und zu ein Haushaltsgerät auszuschalten

Es gibt viele moderne Haushaltsgeräte, die über eine Abschaltautomatik verfügen. Wird zum Beispiel ein Bügeleisen längere Zeit nicht bewegt, schaltet es sich automatisch ab.

Achten Sie auf eine solche integrierte Abschaltautomatik, wenn Sie sich ein neues Gerät kaufen wollen.

Herdsicherungen schalten einen Elektroherd entweder nach einer voreingestellten Zeit oder bei Überhitzung der Kochfelder automatisch ab. Moderne Herde verfügen häufig schon über eingebaute Herdsicherungssysteme.

Sollten Sie sich einen neuen Herd kaufen wollen, achten Sie darauf, dass der Herd über eine solche Abschaltautomatik verfügt.

Für Gasherde ist uns bisher kein geeignetes Sicherungssystem bekannt. Im Zweifelsfall sollte ein Gasherd daher abgeklemmt bzw. durch einen Elektroherd ersetzt werden.

Rauchmelder in der Wohnung ermöglichen einen rechtzeitigen Alarm, sollte es doch einmal zu einer Rauch- oder Brandentwicklung kommen.

Gerade bei allein lebenden Personen kann es sich anbieten, diese Rauchmelder mit einem Hausnotrufsystem zu koppeln. In diesem Fall ertönt nicht nur das Alarmsignal, sondern es wird auch gleichzeitig über die Hausnotrufzentrale die Feuerwehr alarmiert.

Situation 2: Ich finde die Bedienung meines Handys oder Telefons zu kompliziert

Menschen mit Demenz können Schwierigkeiten haben Festnetztelefone oder Handys zu bedienen. Gründe für diese Schwierigkeiten sind zu kleine Bedien-Tasten, ein unübersichtliches Menü sowie eine Vielzahl von Funktionen.

Telefone mit großen Tasten schaffen hier Abhilfe. Wichtige Rufnummern werden als Kurzwahlnummern eingespeichert. Beim Betätigen einer Taste wird die hinterlegte Nummer angewählt.

Bei einigen Telefon-Modellen können die Tasten zusätzlich mit Bildern versehen werden. Die Bilder zeigen dann die Person, deren Nummer eingespeichert ist.

So genannte Seniorenhandys verfügen in der Regel nur über die zum Telefonieren wichtigen Funktionen.

Es gibt Telefone, die nur über drei oder sogar nur über eine Taste verfügen. Auf diese Tasten können feste Nummern programmiert werden. Über diese Nummern sollte im Notfall immer jemand erreichbar ist. Die Rufannahme ist in der Regel über alle Tasten möglich.

Situation 3: Ich finde gelegentlich nicht mehr nach Hause

Eine Demenzerkrankung geht zumeist mit Orientierungsstörungen einher. Diese können dazu führen, dass der Weg nach Hause nicht mehr jederzeit gefunden wird. Systeme zur Personenortung sorgen hier für mehr Sicherheit. Diese funktionieren ähnlich wie Navigationsgeräte.

Notwendig ist es in jedem Fall, dass Sie als Nutzer einen Sender bei sich tragen. Es gibt diese Sender als

  • Handy
  • als Armband oder Uhr
  • oder als kleines Gerät, das am Gürtel oder in der Tasche getragen werden kann.

Teilweise ist hier ein Notrufknopf integriert. Über diesen Notrufknopf kann der Nutzer selbst Hilfe rufen, soweit er dazu in der Lage ist.

Es gibt auch Geräte mit einer Freisprecheinrichtung, über die die Helfer direkt in Kontakt mit dem Vermissten treten können.

Die Ortung kann über eine Notrufzentrale erfolgen. Es gibt aber auch Varianten, bei denen die Ortung des Senders durch Angehörige über den privaten PC erfolgt.

Wenn Sie Fragen zu technischen Hilfsmitteln haben, erreichen Sie das Alzheimer-Telefon unter den Rufnummern 030 / 259 37 95 14 oder 018 03 / 17 10 17 (9 Cent/Min aus dem dt. Festnetz).

Sie können zudem eine Liste zu verschiedenen Produkten mit den zugehörigen Herstelleradressen erhalten. Bitte rufen Sie uns dazu an oder schicken Sie uns E-Mail an: info[at]deutsche-alzheimer.de

Wenn Sie weitere Ideen haben oder auf ein neues Produkt stoßen, freuen wir uns sehr über Ihre Anregungen!

Interessante Links

Auf den folgenden Internetseiten finden Sie weitere Hinweise zur Wohnraumgestaltung, zu Wohnberatungsstellen und zu technischen Hilfsmitteln für Senioren, Behinderte und Menschen mit Demenz:

  • GeniAAL Leben - Netzwerkinitiative zur Entwicklung, Förderung und Umsetzung technikgestützter Produkte und Lösungen für ein selbstbestimmtes, generationsgerechtes Wohnen und Leben