Aktuell steigt die Zahl der Neuinfektionen mit dem Corona-Virus rasant - sie wird von Tag zu Tag höher. Auch die Angst vor Ansteckung wächst, und die persönlichen Einschränkungen nehmen wieder zu. Menschen mit Demenz gehören zur Risikogruppe und sind besonders gefährdet. Doch sie können die Veränderungen um sich herum nicht verstehen und nicht nachvollziehen: Besuche finden nur noch selten statt und sind meist sehr verkürzt. Vertraute Menschen nehmen sie nicht mehr in den Arm. Sie werden zurückgehalten, wenn sie Nähe suchen. Alle Menschen tragen Masken und Schutzkleidung und sind dadurch kaum wiederzuerkennen.

Die Betroffenen bemerken, dass etwas anders ist und dass ihnen etwas fehlt. Sie fühlen sich allein. Daher gilt: Menschen mit Demenz brauchen unseren Schutz und sie benötigen Zuwendung, Kontakt und Ansprache. Beides ist für sie (über-)lebensnotwendig.

Wir sind an Ihrer Seite!

Die Geschäftsstelle der DAlzG und das Alzheimer-Telefon bleiben zu den gewohnten Zeiten für Sie erreichbar.

Video: Umgang mit dem Corona-Virus für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen

Hinweis: Durch den Aufruf des Videos werden Sie über einen externen Link auf Youtube weitergeleitet. Auf Art und Umfang der von diesem Anbieter übertragenen bzw. gespeicherten Daten hat die DAlzG keinen Einfluss.

Wir haben Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Corona-Virus im Zusammenhang mit Demenz für Sie zusammengestellt. Bitte lesen Sie hier weiter

Pflege zu Hause

Angehörige, die zu Hause pflegen, sind verunsichert. Sie machen sich Sorgen und wollen auf keinen Fall die Erkrankten zusätzlich gefährden. Indem Sie die vorgeschriebenen Hygienemaßnahmen (zum Beispiel gründliches Händewaschen) beachten und zu Menschen außerhalb Ihres Haushalts Abstand halten, minimieren Sie das Infektionsrisiko.

Aktuelle Informationen zu den Hygienevorschriften und den Anzeichen für eine mögliche Infektion finden Sie auf der offiziellen Seite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): www.infektionsschutz.de/coronavirus/

Vorschau auf das Infoblatt zum Corona-Virus

Hier können Sie unser Infoblatt mit den wichtigsten Informationen zum Corona-Virus für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen herunterladen.

Der stärkere Rückzug in die eigenen vier Wände bedeutet viel mehr gemeinsame Zeit. Diese gilt es, zu gestalten und dabei eine gewisse Routine zu entwickeln.

Bewegung kommt in dieser Zeit zu kurz und doch ist sie gerade jetzt so wichtig, um mobil zu bleiben. Ein täglicher Spaziergang an der frischen Luft kann das Abwehrsystem stärken und bringt Abwechslung. Dabei sollten Orte und Zeiten ausgewählt werden, die wenig frequentiert sind. Wenn dies aufgrund eingeschränkter Mobilität nicht möglich ist, so können trotzdem kleinere Bewegungseinheiten das Wohlbefinden steigern. Auf der Internetseite „Älter werden in Balance“ der BZgA (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung) finden Sie eine ganze Reihe von Videos mit Bewegungsübungen: www.aelter-werden-in-balance.de/online-bewegungsangebote/uebungsvideos/.

Der Haushalt bietet außerdem eine Vielzahl von Möglichkeiten, Menschen mit Demenz einzubeziehen. Doch neben den alltäglichen „Pflichten“ sollte auch Zeit sein für entspannte gemeinsame Stunden und Aktivitäten; zum Beispiel gemeinsam Musik hören, in den Mediatheken von Fernsehsendern bewusst nach Naturfilmen oder alten Spielfilmen suchen und diese gemeinsam anschauen, wieder einmal die Fotoalben zur Hand nehmen und gemeinsam darin schmökern oder auch verschiedene Karten- und Würfelspiele ausprobieren.
Weitere Anregungen finden Sie in unserer App „Alzheimer & YOU – den Alltag aktiv gestalten“, die Sie kostenlos auf Ihr Smartphone laden können.
Fürs iPhone: Link zum App Store: „Alzheimer & YOU - Den Alltag aktiv gestalten“
Für Android-Smartphones: Link zum Google Play Store: „Alzheimer & YOU - Den Alltag aktiv gestalten“.

Kontakte werden weniger und Unterstützungsangebote fallen weg - und doch ist die Pflege alleine kaum zu bewältigen. Sprechen Sie daher mit den Helferinnen und Helfern, zum Beispiel der regionalen Alzheimer-Gesellschaften, die bereits jetzt Hausbesuche anbieten, sowie mit Bekannten und Freunden, denen Sie vertrauen. Bitte Sie sie möglichst konkret um Hilfe. Bewahren Sie sich ein kleines, aber möglichst zuverlässiges Unterstützungsnetzwerk.

Sonderregelungen der Pflegeversicherung wurden bis zum 31. Dezember 2020 verlängert. Diese ermöglichen mehr Flexibilität in der Finanzierung der Hilfen:
www.bundesgesundheitsministerium.de

Wie Sie in diesen Zeiten Pflege und Beruf miteinander vereinbaren können, dazu berät Sie das bundesweite Pflegetelefon des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend: 030 - 20 17 91 31.

Kontakt zu Angehörigen in Pflegeheimen

Im März wurden teils gravierende Besuchseinschränkungen in Pflegeheimen eingeführt. Die Erfahrung zeigte, dass insbesondere absolutes Kontaktverbot erhebliche seelische Schäden zur Folge hat - sowohl bei den Pflegeheimbewohnerinnen und -bewohnern als auch bei den Angehörigen. Wenn Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen oder auch einer Demenz-WG das Haus oder sogar das Zimmer nicht mehr verlassen dürfen, bedeutet dies für Menschen mit einer fortgeschrittenen Demenz oft großes Leid. Sie können die Maßnahmen nicht verstehen und reagieren darauf entweder mit Rückzug oder mit gesteigerter Unruhe und Aggressivität. Dies wiederum führt unter Umständen zu einem häufigeren Einsatz von sedierenden Medikamenten und Neuroleptika, die sonst nicht erforderlich wären.

Daher ist es der erklärte Wille der Politik, trotz der ab November 2020 geltenden Maßnahmen zur weiteren Kontaktbegrenzung ein totales Besuchsverbot für Pflegeheime zu verhindern. Für einen bestmöglichen Schutz sollen daher zum Beispiel die verfügbaren Corona-Schnelltests „zügig und prioritär in diesem Bereich eingesetzt werden“ (Regierungsbeschluss vom 28. Oktober 2020).

Angehörige übernehmen in „normalen“ Zeiten einen nicht unerheblichen Teil der pflegerischen Versorgung in Pflegeeinrichtungen. In Demenz-WGs ist die Mitarbeit der Angehörigen regelmäßig Teil des Versorgungskonzepts. Dies ist unter Corona-Bedingungen nun nicht mehr möglich. Doch bei den - wenn auch sehr kurzen - Besuchen können die Angehörigen Zuwendung, Beruhigung und Trost spenden. Unter der allgemeinen Beachtung der Kontaktbeschränkungen sowie der Hygienemaßnahmen (Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes, Händedesinfektion) und bei Symptomfreiheit muss in Ausnahmefällen für einen kurzen Moment auch Körperkontakt möglich sein. Für Menschen mit Demenz ist es elementar, die Nähe einer vertrauten Person zu spüren.

Neben den reduzierten Besuchen können auch die Möglichkeiten von Technik und Digitalisierung genutzt werden. Je nach vorhandenen Fähigkeiten der Bewohnerinnen und Bewohner kann über Smartphone oder Skype zum Beispiel ein kleiner Morgengruß geschickt werden. Auch Enkelkinder können per Videotelefonie Kontakt zu den Großeltern halten. Fotos, selbst gemalte Bilder oder die Lieblingsschokolade können ins Heim gebracht/geschickt werden.

Bleiben Sie im Gespräch mit der Heimleitung und dem Pflegepersonal. Erkennen Sie an, dass auch sie eine schwierige und belastende Aufgabe zu meistern haben. Alle im Heim Tätigen tragen eine sehr große Verantwortung und es ist schwer, immer aufs Neue eine gute Balance zwischen Schutz und individuellen Bedürfnissen zu finden. Zeigen sie dafür Verständnis. Nehmen Sie Rücksicht.

Doch es gibt auch Situationen, die Sie nicht dulden müssen. Wenn zum Beispiel Menschen mit Demenz in ihrem Zimmer eingesperrt werden, wenn nach jedem Besuch durch die Angehörigen mit „Quarantäne“ gedroht wird: Sprechen Sie dies an. Wenn Sie nicht weiterkommen, rufen Sie beim Alzheimer-Telefon (030 - 259 37 91 14) an oder wenden sie sich an den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) oder an das Gesundheitsamt.

Wie sich die Besuchsbeschränkungen in den Pflegeheimen entwickeln, ist je nach Bundesland unterschiedlich. Der Pflegeschutzbund BIVA informiert auf seiner Internetseite über die aktuellen Regelungen: www.biva.de/besuchseinschraenkungen-in-alten-und-pflegeheimen-wegen-corona/

Eine Arbeitsgruppe hat in Abstimmung mit der Demenz-Kommission der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) einen Praxisleitfaden für den Umgang mit demenzerkrankten Patienten in Pflegeeinrichtungen zu Zeiten der SARS-CoV-2-Pandemie entwickelt.

Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft hat seit Beginn der Corona-Pandemie die beteiligten Behörden und Einrichtungen dringend dazu aufgerufen, die Maßnahmen auf ihre Verhältnismäßigkeit zu überprüfen. Sie schließt sich damit dem Positionspapier des BIVA Pflegeschutzbundes an: www.biva.de/positionspapier-besuchsbeschraenkungen-pflegeheim/

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO) hat am 11. November 2020 das Rechtsgutachten „Zur verfassungsrechtlichen Beurteilung von Besuchs- und Ausgangsbeschränkungen in Alten- und Pflegeheimen aus Anlass der COVID-19-Pandemie“ veröffentlicht. Demzufolge sind die Besuchsbeschränkungen in Pflegeheimen in weiten Teilen verfassungswidrig. Die BAGSO fordert umgehende Konsequenzen aus diesem Gutachten.

Wir setzen uns angesichts der Auswirkungen durch die Corona-Pandemie auch gegenüber der Politik für die Interessen von Menschen mit Demenz und ihren Familien ein. Bitte lesen Sie hier weiter

Gerne können Sie sich mit Ihren Fragen, Sorgen und Anliegen auch jetzt an uns wenden.

Die Geschäftsstelle erreichen Sie telefonisch (030 – 259 37 95 0) und per E-Mail unter info@deutsche-alzheimer.de bis auf Weiteres zu den Geschäftszeiten Montag – Donnerstag von 9 bis 16 Uhr, Freitag von 9 bis 15 Uhr.

Das Alzheimer-Telefon bleibt unter 030 – 259 37 95 14 ebenfalls bestmöglich erreichbar. Es ist Montag bis Donnerstag von 9 bis 18 Uhr, am Freitag von 9 bis 15 Uhr besetzt. Wir bitten um Verständnis, wenn Sie aufgrund der hohen Nachfrage mehrfache Versuche benötigen, um eine freie Leitung zu bekommen. Alternativ können Sie uns auch eine schriftliche Beratungsanfrage schicken, entweder per E-Mail an info@deutsche-alzheimer.de oder besser noch über unsere Online-Beratungsplattform unter 
https://deutsche-alzheimer-gesellschaft.beranet.info/e-mailberatung

Sie können weiterhin Broschüren in unserem Online-Shop bestellen. Sollte es beim Versand zu Verzögerungen kommen, bitten wir um Ihr Verständnis.

Gerade jetzt gibt es sicherlich viele Fragen, über die Sie mit anderen Angehörigen sprechen möchten. Nutzen Sie dafür doch gerne auch die Foren auf unseren Seiten.

Viele regionale Alzheimer-Gesellschaften haben ihre Beratungsangebote (telefonisch, per E-Mail oder online) der aktuellen Situation angepasst. Informationen zu den Beratungs- sowie weiteren Entlastungsmöglichkeiten vor Ort finden Sie über die Adressen der Alzheimer-Gesellschaften.

Informationen zu Corona in verschiedenen Sprachen

Informationen zum Corona-Virus in verschiedenen Sprachen finden Sie auf der Internetseite der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung:

www.integrationsbeauftragte.de/ib-de/amt-und-person/informationen-zum-coronavirus