Angehörige von Menschen mit einer Demenz stehen aufgrund der Corona-Pandemie vor besonderen Herausforderungen: Der größte Teil der Demenzerkrankten ist hochaltrig. Viele von ihnen leiden an weiteren Erkrankungen und sind durch den Corona-Virus besonders gefährdet. Zusätzlich haben Menschen mit Demenz Schwierigkeiten, die aktuelle Situation und die Kontaktbeschränkungen zu verstehen.

Hier finden Sie Antworten auf die häufigsten Fragen, die uns in der aktuellen Situation am Alzheimer-Telefon gestellt werden,  sowie Tipps zur Unterstützung Ihres Alltags:

1. Welche Personengruppen gelten als Risikogruppe?

Laut Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) besteht ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf bei Menschen mit:

  • Herzkreislauferkrankungen/Bluthochdruck
  • Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) 
  • Chronischer Erkrankung der Atemwege, wie Asthma, chronische Bronchitis, COPD  
  • Chronischen Erkrankungen der Leber, wie Leberzirrhose  
  • Nierenerkrankungen, Dialysepflicht  
  • Organtransplantation 
  • Krebserkrankungen

Leiden Sie an einer Erkrankung, die mit einer Immunschwäche einhergeht oder nehmen Sie regelmäßig Medikamente ein, die das Immunsystem schwächen (zum Beispiel Cortison bei Rheuma oder Morbus Crohn), ist das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf ebenfalls erhöht.

Außerdem haben grundsätzlich alle Personen ab etwa 50 bis 60 Jahren sowie Raucher ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf.

Weitere Informationen unter www.infektionsschutz.de/coronavirus. 

2. Wie kann ich einem Menschen mit Demenz die Situation rund um die Corona-Pandemie erklären?

Je nachdem, wie viel Betroffene noch verstehen und verarbeiten können, muss die Antwort auf diese Frage unterschiedlich ausfallen. Die Nachrichten im Fernsehen und Radio, der veränderte Tagesablauf – auch wenn jemand nicht versteht, worum es dabei geht, wird er verunsichert sein und vielleicht immer wieder nachfragen. Dann sollten Sie versuchen, ihm die aktuelle Situation mit einfachen Worten zu erklären.

Besonders wichtig dabei: Geben Sie Ihrem Angehörigen mit Demenz gleichzeitig auch zu verstehen, dass er in Sicherheit ist, dass Sie weiter für ihn da sind und dass er nicht alleine ist. 

3. Wie kann ich die gemeinsame Zeit zuhause leichter machen?

Versuchen Sie, soweit wie möglich die gewohnten Routinen beizubehalten. Für einen Menschen mit Demenz kann es beängstigend sein, wenn sich die Routine bzw. die üblichen Abläufe plötzlich ändern. Versuchen Sie daher, den Tag wie bisher zu strukturieren, auch wenn bestimmte Dinge wie der Besuch der Gymnastikgruppe, der Betreuungsgruppe oder des Cafés derzeit nicht möglich sind. Stattdessen können Sie vielleicht gemeinsam eine Runde sportlicher Aktivität in der Wohnung einführen. Tipps und Übungsvideos finden Sie unter www.aelter-werden-in-balance.de/online-bewegungsangebote/uebungsvideos.

Spaziergänge an der frischen Luft sind weiterhin möglich und tun sowohl Ihnen als auch Ihrem Angehörigen gut. Nutzen Sie dafür nach Möglichkeit Zeiten, in denen die Parks und Straßen nicht so stark besucht sind (eher morgens als am Nachmittag), damit es leichter ist, den vorgegebenen Abstand von mindestens 1,5 Metern einzuhalten. Wenn vorhanden, kann natürlich auch der Garten weiterhin genutzt werden.

Auch in der Wohnung gibt es viele Möglichkeiten der Beschäftigung. Je nach Fähigkeiten und Interessen können Sie gemeinsam Gesellschaftsspiele spielen, Kreuzworträtsel lösen, gemeinsam singen oder Musik im Radio oder Fernsehen anhören. Viele Möglichkeiten bietet auch das Internet: Es gibt zum Beispiel virtuelle Rundgänge durch verschiedene Museen, ebenso sind viele Filme frei zugänglich, beispielsweise in den Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Sender.

Weitere Anregungen und Tipps finden Sie auch in unserer App „Alzheimer & YOU – den Alltag aktiv gestalten“, die Sie kostenlos auf Ihr Smartphone laden können.
Fürs iPhone: Link zum App Store
Für Android-Smartphones: Link zum Google Play Store

Einige kostenpflichtige Apps werden aufgrund der Corona-Krise für begrenzte Zeit kostenlos angeboten. Das ist eine gute Möglichkeit, um zu testen, ob sie im Alltag hilfreich und gut handhabbar sind. Wir wissen von folgenden Angeboten:

  • MemoClock - Mithilfe der App wird dem Erkrankten auf einem Tablet eine Uhr angezeigt mit Angabe des Wochentages und der Jahreszeit. Es können Hintergrundbilder eingefügt werden, um die Tageszeit zu verdeutlichen - beispielsweise ein Sonnenaufgang am Morgen oder der Sternenhimmel bei Nacht. Außerdem können Angehörige per Smartphone Nachrichten schicken, die neben der Uhr angezeigt werden (Texte, Bilder oder Tonaufnahmen). Die Nachrichten können auch terminiert werden. Mehr Informationen unter www.memoclock.com

  • magic-minutes - ein Aktivierungsportal mit einer Vielzahl von Musikstücken, Fotos, Spielen, Gedichten und Ähnlichem. Sie sind geeignet, um Erinnerungen anzuregen und Menschen mit Demenz zu aktivieren. Außerdem finden Sie dort Entspannungsübungen, Meditationen und Entspannungsmusik. Das Programm kann auf dem PC oder einem Tablet aufgerufen werden. 
    Angeboten wird vorübergehend ein kostenloses Abo, das am 31. Juli 2020 automatisch ausläuft. Wer sich dafür anmelden möchte, kann dies über den folgenden Link tun: www.magic-minutes.de/kontakt/ 
    Neben der E-Mail-Adresse muss das Stichwort "Corona-Hilfe" angegeben werden.

  • Media4Care - ein leicht zu bedienendes Aktivierungsprogramm. In Kooperation mit Lenovo wird das Programm interessierten Familien zusammen mit einem Tablet bis zum 31. Dezember 2020 kostenlos zur Verfügung gestellt. Eine Bewerbung um diese Leihspende ist bis zum 15. Juni 2020 möglich. Mehr dazu unter https://lp.media4care.de/corona-hilfsaktion/.

5. Was tun, wenn mein Angehöriger keine Maske tragen will?

Das Tragen einer sogenannten Alltagsmaske, die Mund und Nase bedeckt, ist derzeit in allen Bundesländern beim Einkaufen und in den öffentlichen Verkehrsmitteln Pflicht und allgemein wird das Tragen in der Öffentlichkeit empfohlen. Menschen mit Demenz verstehen aber oft nicht, warum sie eine Maske tragen sollen, und fühlen sich dadurch irritiert, wollen die Maske nicht aufsetzen oder aufbehalten.
Soweit wie möglich sollten in diesem Fall der Besuch von Geschäften und die Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln vermieden werden. Wenn das nicht möglich ist, kann ein Verständniskärtchen helfen mit dem Hinweis, dass die oder der Betreffende eine Demenz hat. Solche Kärtchen können Sie bei uns bestellen (info[at]deutsche-alzheimer.de) oder sich eine Vorlage dafür hier ausdrucken.
Übrigens: Die Vorgaben zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland, auch in Bezug auf Ausnahmeregelungen für behinderte und chronisch kranke Menschen. Die Aktion Mensch hat eine Auflistung der Ausnahmeregelungen in den Bundesländern auf ihrer Homepage veröffentlicht.

Die Gründe müssen im Einzelfall „glaubhaft" gemacht werden, dabei kann zum Beispiel ein Schwerbehindertenausweis helfen. Bei Bedarf kann auch eine einfache Bescheinigung vom Arzt helfen, dass es dem oder der Betroffenen aus medizinischen Gründen nicht zumutbar ist, eine Maske zu tragen. Eine Vorlage der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg dafür können Sie hier herunterladen.

Viele Angehörige machen sich aber auch Sorgen, ob der Schutz vor dem Corona-Virus gewährleistet ist, wenn ein Demenzerkrankter außer Haus keine Maske trägt. Wichtig zu wissen ist: Die Maske ist nur ein Schutz für andere, wenn der Träger der Maske bereits selbst den Virus hat. Sie stellt keinen Schutz für den Träger selbst dar. Viel wichtiger als die Maske ist deshalb: Schützen Sie den Betroffenen, indem Sie auf die richtige Handhygiene achten (regelmäßig jeweils mindestens 20 Sekunden lang die Hände waschen) und die Abstandsregeln einhalten (mindestens 1,5 Meter)!

Hilfreiche Tipps zu diesem Thema hat auch die Alzheimer Gesellschaft Baden-Württemberg zusammengestellt.

6. Kann ich auch jetzt einen Antrag bei der Pflegekasse auf einen Pflegegrad oder eine Höherstufung stellen? Wie läuft die Begutachtung?

Anträge auf einen Pflegegrad oder eine Höherstufung werden weiterhin bearbeitet. Derzeit werden durch den Medizinischen Dienst – zum Schutz der pflegebedürftigen und vorerkrankten Menschen – keine persönlichen Begutachtungen in Pflegeheimen und in eigener Häuslichkeit zur Feststellung der Pflegebedürftigkeit durchgeführt. Stattdessen wird die Einstufung in einen Pflegegrad auf der Basis der vorliegenden (schriftlichen) Informationen sowie eines Telefoninterviews vorgenommen.

Nutzen Sie beispielsweise den „Selbsteinschätzungsbogen für pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz zur Vorbereitung auf die Begutachtung zum Pflegegrad“, um den Gutachtern schon vorab entsprechende Informationen zur Verfügung zu stellen. Senden Sie den Bogen zusammen mit eventuell vorliegenden ärztlichen Bescheinigungen an die Pflegekasse der erkrankten Person.

Der BIVA-Pflegeschutzbund gibt auf seiner Internetseite einen Überblick zu den Corona-Hilfen für Pflegebedürftige im ambulanten Bereich.

Zusätzliche Informationen zu den gesetzlichen Sonderregelungen für Krankenversicherte, Pflegebedürftige und pflegende Angehörige in Corona-Zeiten erhalten Sie auch in der Übersicht der AWO-Pflegeberatung.

7. Was ist zu tun, wenn ich als pflegende Person selbst an Covid-19 erkranke?

Sie haben Symptome einer akuten Atemwegsinfektion, die durch das neue Coronavirus verursacht sein können, oder die Erkrankung wurde bei Ihnen labordiagnostisch bestätigt. Bereits bei den ersten Symptomen sollten Sie zusätzliche Schutzmaßnahmen ergreifen und einen Mundschutz tragen. Möglichst sollte auch der oder die Demenzerkrankte einen Mundschutz aufsetzen.

Wenn Sie schwerwiegende Symptome haben, werden Sie wahrscheinlich ins Krankenhaus überwiesen und dort entsprechend behandelt. Bei weniger schwerwiegenden Symptomen müssen Sie für mindestens 14 Tage in Quarantäne bleiben, damit Sie andere Personen nicht anstecken (bitte lesen Sie dazu das Informationsblatt der BZgA). In beiden Fällen muss Ihr demenzerkrankter Angehöriger unweigerlich durch eine andere Person versorgt werden. Es ist sinnvoll, sich schon vorab darüber Gedanken zu machen, wer diese Aufgabe übernehmen kann. Gibt es eine Person aus ihrem familiären Umfeld oder dem Freundeskreis, die nicht selbst zu einer Risikogruppe gehört und die vorübergehend die Pflege übernehmen kann? Wenn nicht, fragen Sie bei Ihrer Pflegekasse oder dem Pflegestützpunkt nach, welche Einrichtungen in Ihrer Umgebung für diesen Fall eine Notbetreuung anbieten.

Wenn Sie selbst erkranken, ist es übrigens einfacher, wenn Sie die Zeit der Quarantäne nicht zuhause, sondern an einem anderen Ort verbringen. So kann Ihr demenzerkrankter Angehöriger in seinem gewohnten Umfeld bleiben und die Situation wird auch für die Person, die Sie vertritt, einfacher.

Hilfreich ist hier ein Notfallplan, auf dem aktuelle Informationen zum Hausarzt, zum Medikamentenbedarf, zum ambulanten Pflegedienst, zu weiteren Ansprech- und Kontaktpersonen vermerkt sind. Außerdem kann der Informationsbogen hilfreich sein, den die DAlzG für die Aufnahme von Demenzerkrankten ins Krankenhaus entworfen hat. Hier können umfangreiche Angaben zu den Gewohnheiten, Fähigkeiten, Bedürfnissen, Vorlieben und Abneigungen der betroffenen Person gemacht werden.

9. Welche Möglichkeiten gibt es, mich von der Arbeit freistellen zu lassen, wenn ich zu Hause die Pflege übernehme?

Die Bundesregierung hat im „2. Bevölkerungsschutzgesetz“ geregelt, dass Arbeitnehmer sich im Zeitraum bis zum 31. Dezember 2020 nach § 2 des Pflegezeitgesetzes für bis zu 20 Tage (statt normalerweise 10 Tage) von der Arbeit freistellen lassen können, wenn sich an der Pflegesituation akut etwas ändert - beispielsweise die bisherige Pflegeperson oder der Pflegedienst plötzlich ausfällt. Für diesen Fall ist das Pflegeunterstützungsgeld als Lohnersatzleistung vorgesehen.
Regelungen für längerfristige Freistellungen oder Reduzierungen der Arbeitszeit für die Pflege gibt es in § 3 Pflegezeitgesetz und § 2 Familienpflegezeitgesetz. Hier gibt es die Möglichkeit, für den Verdienstausfall ein zinsloses Darlehen vom Staat zu erhalten. Auch die Zugangsvoraussetzungen für diese längerfristigen Freistellungen wurden mit dem 2. Bevölkerungsschutzgesetz erleichtert.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie auf der Seite www.wege-zur-pflege.de/service/faq.html und auf der Seite des Bundesfamilienministeriums.

Der BIVA-Pflegeschutzbund gibt auf seiner Internetseite einen Überblick zu den Corona-Hilfen für Pflegebedürftige im ambulanten Bereich.

Zusätzliche Informationen zu den gesetzlichen Sonderregelungen für Krankenversicherte, Pflegebedürftige und pflegende Angehörige in Corona-Zeiten erhalten Sie auch in der Übersicht der AWO-Pflegeberatung.

10. Ich nehme keinen Pflegedienst in Anspruch und erhalte das Pflegegeld. Werden jetzt trotz Corona die verpflichtenden Beratungsbesuche durchgeführt?

Derzeit führen die ambulanten Pflegedienste in der Regel keine Beratungsbesuche nach § 37 Abs. 3 SGB XI durch. Pflegebedürftige sind während der Corona-Krise (vorerst bis zum 30. September 2020) aber von der Pflicht befreit, einen Beratungsbesuch in regelmäßigen Abständen in Anspruch zu nehmen. Sie erhalten weiterhin das Pflegegeld von der Pflegekasse. Das regelt das am 25. März 2020 im Bundestag verabschiedete COVID-19-Krankenhausentlastungsgesetz.

Sie haben aber dennoch die Möglichkeit, bei Bedarf einen Beratungsbesuch bei einem ambulanten Pflegedienst abzurufen. Je nach Situation kann dieser auch telefonisch erfolgen.

Zusätzliche Informationen zu den gesetzlichen Sonderregelungen für Krankenversicherte, Pflegebedürftige und pflegende Angehörige in Corona-Zeiten erhalten Sie auch in der Übersicht der AWO-Pflegeberatung.

11. Darf die Einrichtung eine Quarantäne verhängen?

Immer wieder kommt es vor, dass Bewohnerinnen und Bewohner von vollstationären Pflegeeinrichtungen bei ihrer Rückkehr in die Einrichtung nach einem Besuch bei der Familie oder auch nur nach einem Spaziergang entweder in Quarantäne müssen oder ihnen zumindest vor dem Verlassen der Einrichtung von Mitarbeitenden mit der Verhängung von Quarantänemaßnahmen gedroht wird.

Nach Ansicht des BIVA Pflegeschutzbundes stellt dieses Vorgehen ein rechtswidriges Verhalten dar. Seit Beginn der Pandemie ist immer wieder im Gespräch, auch in Pflegeheimen die Tests auszuweiten. Der BIVA-Pflegeschutzbund fordert daher kostenfreie Tests für Pflegeheimbewohner statt Quarantäne nach Abwesenheit. Ebenso sollten Bezugspersonen regelmäßig getestet werden, damit gefahrlos Besuche sichergestellt werden können.

Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite des BIVA Pflegeschutzbundes.

12. Was kann ich für mich selbst tun?

Für Sie als Angehörige ist die aktuelle Situation eine große Herausforderung. Damit Sie Ihre eigenen Kräfte schonen, ist es wichtig, dass Sie auch für sich selbst sorgen. Nur so können Sie Ihrem demenzerkrankten Familienmitglied auch weiterhin unterstützend zur Seite stehen.

Derzeit sollten Besuche von außen auf ein Minimum beschränkt werden. Das heißt aber nicht, dass Sie völlig auf Unterstützung verzichten müssen. Suchen Sie eine gesunde Person aus Ihrer Familie/ Ihrem Umfeld, die möglichst regelmäßig und zumindest stundenweise zu Ihnen kommen kann. Die Person darf selbst nicht gesteigert gefährdet sein (möglichst unter 50 Jahre und körperlich gesund) und muss natürlich die Hygienemaßnahmen korrekt einhalten (richtiges Händewaschen, Niesetikette: www.infektionsschutz.de/coronavirus/schutz-durch-hygiene.html)

Ziehen Sie sich in dieser Zeit in ein anderes Zimmer zurück, gehen Sie einer Beschäftigung nach, die Ihnen selbst Freude bereitet, machen Sie einen Spaziergang oder ruhen Sie sich auch einfach nur aus.

Nutzen Sie die Ruhezeiten der demenzerkrankten Person, um selbst auszuruhen. Verwenden Sie diese Zeit nicht für Hausarbeiten. Versuchen Sie später, die demenzerkrankte Person bei Hausarbeiten einzubinden, Zeit dafür haben Sie ausreichend.

An vielen Orten gibt es jetzt Dienste, die ehrenamtlich oder gegen eine Aufwandspauschale Hilfen bei Einkäufen und sonstigen Erledigungen anbieten. Fragen Sie bei einer Alzheimer-Gesellschaft in Ihrer Nähe nach: Adressen.
Oder nutzen Sie eine der Online-Plattformen, wo nachbarschaftliche Hilfen jetzt gesammelt angeboten werden, zum Beispiel www.wirgegencorona.com oder https://nebenan.de
Natürlich können Sie auch den Lieferservice von Supermärkten, Drogerien und Apotheken nutzen.

Pflegen Sie Ihre sozialen Kontakte über die verschiedenen Kommunikationskanäle: Nutzen Sie neben dem Telefon auch Videogespräche über Skype oder einen anderen Dienst, wenn Sie die technischen Möglichkeiten dafür haben. Gespräche sind auch vom Balkon aus oder über den Hausflur möglich, wenn Sie dabei den Sicherheitsabstand von 1,5 Metern einhalten. Auch ein Brief oder eine Postkarte sind jetzt wieder gute Möglichkeiten, den Kontakt zur Außenwelt aufrechtzuerhalten. Wichtig ist es, dass Sie mit jemandem über Ihre Sorgen und Gedanken sprechen und vor allem auch mal wieder mit jemandem gemeinsam lachen können.

Vielleicht sind Sie ja bereits Mitglied einer Angehörigengruppe? Nehmen Sie Kontakt zu den anderen auf. Telefonieren Sie miteinander und vielleicht ist auch eine WhatsApp-Gruppe (oder natürlich eine Gruppe mit einem anderen Messenger) jetzt eine Idee, um sich gegenseitig Mut zu machen.

Sie können für den Austausch mit anderen auch die Foren auf unseren Seiten nutzen.

Für Information, Erfahrungsaustausch, Vernetzung und gegenseitige Hilfe können Sie auch die App „in.kontakt“ von wir pflegen e.V. nutzen. Hier finden Sie Kontakt zu pflegenden Angehörigen in ähnlichen Situationen. Die App ist kostenlos in den App Stores für Smartphones und Tablets (Android ab Version 6 und Apple ab Version 10) erhältlich.

Wir sind weiter für Sie da

Das Alzheimer-Telefon bleibt unter 030 – 259 37 95 14 bestmöglich für Sie erreichbar. Es ist Montag bis Donnerstag von 9 bis 18 Uhr, am Freitag von 9 bis 15 Uhr besetzt. Wir bitten um Verständnis, wenn Sie aufgrund der hohen Nachfrage mehrfache Versuche benötigen, um eine freie Leitung zu bekommen.

Alternativ können Sie uns auch eine schriftliche Beratungsanfrage schicken, entweder per E-Mail an info[at]deutsche-alzheimer.de oder besser noch über unsere Online-Beratungsplattform unter 
https://deutsche-alzheimer-gesellschaft.beranet.info/e-mailberatung