Zahl der Demenzerkrankungen steigt weltweit stärker als bisher angenommen

Infografik zur gesteigerten Prognose der weltweiten Demenzerkrankungen bis 2015

Neue Untersuchungen zeigen, dass die Zahl der Menschen mit Demenz weltweit höher ist und in den nächsten Jahrzehnten stärker ansteigen wird als bisher angenommen. Heute gibt es etwa 44 Millionen Erkrankte, bis 2030 wird diese Zahl auf fast 76 Millionen und bis 2050 auf 135 Millionen steigen. Diese Zahlen, die die Dachorganisation Alzheimer’s Disease International (ADI) am 5.12.2013 veröffentlicht hat, liegen für 2030 um 15%, für 2050 um 17% höher als in der letzten Berechnung von 2009.

Anlass der Veröffentlichung ist der G8-Demenz-Gipfel am 11. Dezember 2013 in London. Neben den Spitzenpolitikern werden auch Vertreter der Selbsthilfeorganisationen der beteiligten Länder an dem Treffen teilnehmen, darunter auch Heike von Lützau-Hohlbein als Vorsitzende der Deutschen Alzheimer Gesellschaft.

Die neuen Berechnungen unter Leitung von Prof. Martin Prince, King's College London, berücksichtigen erstmals aktuelle Studien aus China und den afrikanischen Ländern südlich der Sahara. Sie zeigen, dass der Anteil der Demenzkranken, die in Ländern mit mittleren und niedrigen Einkommen leben, künftig steigen wird. Die Gesundheits- und Sozialsysteme dieser Länder sind bisher nicht auf die kommenden Herausforderungen hinsichtlich Diagnose, Behandlung, Pflege und Unterstützung der Familien vorbereitet. ADI fordert die Regierungen der G8-Länder deshalb auf, sowohl nationale Aktionspläne aufzustellen, als auch weltweit zusammenzuarbeiten, um der globalen Herausforderung durch die zunehmende Zahl von Demenzerkrankungen zu begegnen.

Eine Übersicht über die neuen Zahlen finden Sie auf den Internetseiten von ADI unter www.alz.co.uk/research/G8-policy-brief

Für Deutschland haben sich die prognostizierten Zahlen nicht verändert. Weitere Informationen dazu finden Sie auf unserem Infoblatt zur Epidemiologie der Demenz