Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft hat am 18. Januar 2007 ein Buch mit unbeschriebenen Seiten auf eine einjährige Deutschlandreise geschickt. Prominente aus Kultur, Politik, Wirtschaft und Unterhaltung sind eingeladen, die leeren Seiten zu füllen.

Das "Buch der Erinnerungen" ist ein medienwirksames Zeichen gegen das Vergessen. Durch den Beitrag zahlreicher Prominenter wird es zu einem Zeitdokument, welches es in dieser Form und vor diesem Hintergrund so noch nie gab.

Und wenn die Seiten des Buches nach einem Jahr gefüllt sind, wird es als Dokument der Zeitgeschichte aufbewahrt werden. Als solches wird es helfen, die Deutsche Alzheimer Gesellschaft in ihrer Arbeit zu unterstützen und für ihre gemeinnützigen Ziele werben.

18. Januar 2007 - Medizinhistorisches Museum Berlin

Renate_Schmidt,Sarah_Wiener,Heike_von_Luetzau-Hohlbein_beim_Eintragen

Das "Buch der Erinnerungen" erhält ein Vorwort von Heike von Lützau-Hohlbein, der Vorsitzenden der Deutschen Alzheimer Gesellschaft.

Sarah Wiener, Fernsehköchin und Buchautorin, und Renate Schmidt, Bundesseniorenministerin a.D. und Schirmherrin der Deutschen Alzheimer Gesellschaft, tragen sich als erste in das "Buch der Erinnerungen" ein.

15. Februar 2007 - Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen trägt sich ins "Buch der Erinnerungen" ein: "Erinnerungen sind etwas sehr Persönliches - und gleichzeitig sind sie es, die Generationen miteinander verbinden."

23. Februar 2007 - Grußwort aus dem Bundeskanzleramt

Auch die Bundeskanzlerin Angela Merkel unterstützt das "Buch der Erinnerungen" mit einem Grußwort:

"Die Erinnerungen an Erlebnisse, Erfahrungen, Menschen und Gefühle, an Schönes und Trauriges, gehören zu dem vielteiligen Mosaik, aus dem sich eine Persönlichkeit zusammensetzt, das sie unverwechselbar macht.

Das "Buch der Erinnerungen" der Deutschen Alzheimer Gesellschaft bewahrt symbolisch Mosaiksteine der Erinnerung auf. Es macht aufmerksam auf die Situation von Alzheimer-Kranken und ihren Angehörigen, damit sie nicht vergessen werden. Das unterstütze ich gerne.

Angela Merkel"

22. März 2007

Das "Buch der Erinnerungen" hat mittlerweile auch Einträge von dem Sänger Xavier Naidoo und der Schauspielerin und Sängerin Meret Becker erhalten.

7. April 2007

Das "Buch der Erinnerungen" war inzwischen bei den Schauspielerinnen Veronica Ferres und Brigitte Grothum.

Die Journalistin und Autorin Wibke Bruhns schrieb in das Buch:

"Ich habe ein schlechtes Gedächtnis.
Wann ist der Termin beim Zahnarzt? Wie sind die Zahlen für den Fahrstuhlcode? Den Menschen soll ich schon mal getroffen haben? Gedächtnis ist Handwerkszeug, notfalls zu ersetzen durch den Notizblock.
Erinnerung aber ist Leben...."

18. Mai 2007

Das "Buch der Erinnerungen" hat seine Reise fortgesetzt und enthält nun auch Eintragungen der Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt und des Fernsehmoderators und Buchautors Roger Willemsen.

Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt schreibt:

"Erinnerungen und Vergessen sind zwei Seiten einer Medaille. Das Buch der Erinnerungen hält fest, was im Bewußtsein bewahrt werden soll, was nicht durch die Heimtücke einer Krankheit ausgelöscht werden darf.

Ich möchte an dieser Stelle daran erinnern, die Familien, Freunde und Angehörigen nicht zu vergessen, die oft einen langen Weg mitgehen. Dieser Weg ist nicht weniger schmerzlich als der, den die Kranken zurücklegen müssen. ...

Wir dürfen diejenigen nicht vergessen, die Opfer der Krankheit sind, ohne an ihr erkrankt zu sein."

20. Juni 2007

Der Schauspieler Jan Josef Liefers und der Sänger und Musiker Wolfgang Niedecken haben sich ebenfalls im "Buch der Erinnerungen" eingetragen.

11. Juli 2007

Das "Buch der Erinnerungen" enthält jetzt auch Einträge von Staatsministerin Maria Böhmer und dem DJ Paul van Dyk.

Staatsministerin Maria Böhmer hält fest:

"Was bleibt, das sind Erinnerungen. Es ist ein Kennzeichen des Alters, dass der Schatz an Erinnerungen zunimmt.

Der Blick geht zurück in die Kindheit: Meine Großmutter hatte einen wunderschönen großen Garten, ein Paradies zum Spielen! Sie kümmerte sich bis ins hohe Alter selbst um ihren Garten. Eines Tages stürzte sie und brach sich das Bein. Ihr Aktionsradius wurde kleiner. Aber mit großer Anstrengung und einem geradezu eisernen Willen lernte sie wieder zu laufen.

Ich habe meine Großmutter dafür sehr bewundert. Sie hat nie aufgegeben! Das macht mir bis heute Mut und gibt mir Zuversicht."

27. August 2007

Die Fersehmoderatorin Marietta Slomka und der Illustrator und (Kinderbuch-)Autor Janosch haben sich mittlerweile ebenfalls in das "Buch der Erinnerungen" eingetragen.

Marietta Slomka schrieb:

" 'Des Menschen Engel ist die Zeit.'

Ich denke an die Zeit mit Menschen, die in meinem Herzen wohnen, auch wenn sie nicht mehr da sind."

11. September 2007

Der Manager der deutschen Fußball-Nationalmannschaft Oliver Bierhoff und der Fernsehmoderator Johannes B. Kerner haben das "Buch der Erinnerungen" nun auch erhalten.

Oliver Bierhoff notierte:

"Wieso kann ich mich nicht an etwas erinnern, an das ich mich eigentlich erinnern müsste?
Was ich bei meinem Triumpf nach dem entscheidenden Golden Goal im EM-Finale 1996 gefühlt habe, kann ich nicht sagen - ich erinnere mich einfach nicht daran. Ein "Blackout", wahrscheinlich ausgelöst durch starke Emotionen.
Was soll's, ich "erinnere" mich trotzdem immer gerne an dieses einmalige Erlebnis."

29. Oktober 2007

Der Entertainer Gunther Emmerlich vermerkt:

"Wenn ganz persönliche, ständig sich verhübschende Erinnerungen einen Menschen begleiten, sind diese Gedanken ein sich permanent steigernder Quell der Freude. Nur Miesepeter wehren sich gegen solch einen charmanten Selbstbetrug. Die Klassenschönste, von der man nicht erhoffte Blicke aber eben auch nicht mehr bekam, wird im Laufe der Jahre immer schöner. Spätestens zur Goldenen Konfirmation ist der mit ihr verbundene Schmerz gestillt. Nicht jede Erinnerung findet ein solch jähes Ende, manchmal hat diese wundersam vermehrte Freude auch Ewigkeitswert. ...
Diktaturen haben diesen freundlichen Rückblick nicht verdient. Es geschieht aber immer wieder."


Auch der Schauspieler Hannes Jaenicke hat seine Gedanken im "Buch der Erinnerungen" festgehalten:

"Erinnerungen

Es gibt drei Arten der Erinnerung: die Schönen, die Traurigen und die Entfallenen. Erstere halten im Idealfall am längsten, letztere entsorgt das Gedächtnis aus Kapazitäts- oder anderen Gründen. Aus den traurigen lernt man hoffentlich. Insofern besteht unsere Lebensaufgabe wohl darin, möglichst viele schöne Erinnerungen zu sammeln. Bei Gelingen dieser Aufgabe besäße man den Luxus, im zunehmenden Alter aus einem prall gefüllten Korb voller Erinnerungen schöpfen und sich später einen heiteren Lebensabend gestalten zu können. Dann würde sich bewahrheiten, dass Erinnerungen das einzige Paradies sind, aus dem wir nicht vertrieben werden können.
...
Vergessen ist falsch, traurig, ein Irrtum oder Unglück. Alles Leben ist erinnerungswürdig, solange man daraus lernt und etwas Positives macht. Aus allem, was man nicht vergisst, wird irgendwann Lebenserfahrung. Und die ist bekanntlich die Summe aller Fehler und Katastrophen, die einem nicht das Genick (oder Herz) gebrochen haben."

30. November 2007

Die Fernsehunterhalterin und Komikerin Hella von Sinnen hat sich mit einem Cartoon im "Buch der Erinnerungen" verewigt:

Ihr Lieben!

31. Dezember 2007

Zuletzt haben sich Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee und die Fußballmannschaft des Hertha BSC Berlin in das "Buch der Erinnerungen" eingetragen.

Wolfgang Tiefensee schrieb:

"Manche persönliche Erinnerung betrifft sogar Momente von historischer Dimension und wird Teil der kollektiven Erinnerung eines ganzen Volkes.

Eine meiner persönlichen Glückserinnerungen geht auf einen solchen Moment zurück. Jetzt im November ist mir die Erinnerung an den Fall der Mauer am 9. November 1989 und an die Zeit, die zuvor die friedliche Revolution in der DDr ausmachte, besonders präsent. Die Erinnerung an diese Zeit hat meinen eigenen Weg maßgeblich mitbestimmt."

Die Fußballer des Hertha BSC halten fest:

"Leben ist Erinnerung - In unserer Erinnerung sind gute Spieler, viele Siege, viele Tore und sportliche Erfolge ganz nah, greifbar. Ganz weit weg aus unserer Erinnerung haben wir Misserfolge, verlorene Spiele, schlechte Tage geschoben. Aber sie bleiben bestehen. Aus erinnerungen lernen wir. Vor allem lernen wir, dass Erfolg und Misserfolg nah beieinander liegen und sich gerne im laufe der zeit abwechseln.

Zum Erfolg und Glück gehört oft auch Zeit. Nehmen wir uns die Zeit zum gemeinsamen Erinnern. Erinnern wir uns an Gutes und versuchen immer wieder daran anzuknüpfen."

10. Februar 2012

Nach längerer Pause haben wir das Buch der Erinnerungen wieder einmal auf den Weg geschickt. Heute hat sich Schlagersänger Roberto Blanco eingetragen:

"Der Deutschen Alzheimer Gesellschaft wünsche ich alles Gute und viel Kraft und Erfolg. Danke, dass Sie existieren!"

27. August 2012

Bei einem Besuch am Set der ARD-Vorabendserie "Verbotene Liebe", in der das Thema "Alzheimer" gerade aktuell ist, hat Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr heute ins Buch der Erinnerungen eingeschrieben:

"Ein Fotograf, der viel mit demenziell Erkrankten gearbeitet hat, erzählt von einem Ehepaar. Alte Leute - beide dement. Bedauernswert? Beneidenswert? Beide verliebten sich jeden Tag aufs Neue ineinander. Jeder Tag sei für die beiden ein vielversprechender Neuanfang voller gemeinsamen neuen Glücks gewesen.

Leider ist für die meisten Menschen, die demenziell erkranken, das Verlieren der Erinnerung nicht so poetisch. Sich nicht mehr erinnern zu können bedeutet vielmehr oft den Verlust von Sicherheit. Und für die Angehörigen einen langen, anstrengenden und manchmal traurigen Prozess des Loslassens und des Verlustes eines lieben Menschen.
Ohne Erinnerung ist für Viele Zukunft schwer vorstellbar.

Ich bewundere das Engagement der vielen Angehörigen und Ehrenamtlichen und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für demenziell Erkrankte.
...
Pflege betrifft uns alle - nicht jeder hat Kinder, aber alle haben Eltern"