Hintergrund

In den letzten Jahren ist es immer wichtiger geworden, Angebote nutzerorientiert zu entwickeln. Das hat dazu geführt, dass im Jahr 2014 erstmalig eine Anfrage eines Weiterbildungsinstituts an die Deutsche Alzheimer Gesellschaft (DAlzG) heran getragen wurde, ein Curriculum in Hinblick auf notwendige Inhalte aus Sicht von Menschen mit Demenz und ihrer Angehörigen zu bewerten.

Dazu hat eine Arbeitsgruppe der DAlzG erstmalig Kriterien entwickelt und im Verlauf dieses Demenz-Fortbildungsangebot einer deutschen Hochschule zertifiziert. Das Curriculum wurde dazu eingehend auf dessen Inhalte sowie deren Übereinstimmung mit den Prinzipien der Deutschen Alzheimer Gesellschaft geprüft.

Nachdem weitere Anfragen aus dem Bereich Weiterbildung und Beratung nach solch einer Zertifizierung die DAlzG erreichten, beschäftigte sich der Arbeitsausschuss Qualität der Deutschen Alzheimer Gesellschaft näher mit dieser Thematik. Im Rahmen der Delegiertenversammlung im Jahr 2015 wurde beschlossen, ein geeignetes Zertifizierungs-Verfahren zu entwickeln, um entsprechende Anfragen bedienen zu können.

Entwicklungsprozess

Die Entwicklung der Zertifizierung wurde begleitet durch eine erfahrene externe Auditorin. Sie beriet den Arbeitsausschuss Qualität und entwickelte die Grundstruktur der Zertifizierungsfragebögen, die intensiv im Arbeitsausschuss diskutiert wurden. Danach wurden Interessierte aus dem DAlzG-Team, aus dem Vorstand und aus den Mitgliedsgesellschaften in einem zweitägigen Seminar auf die Tätigkeit als Auditor bzw. Auditorin vorbereitet.

Ablauf eines Auditverfahrens

Möchte eine Organisation ihr Demenz-Beratungsangebot durch die Deutsche Alzheimer Gesellschaft zertifizieren lassen, erhält sie in einem ersten Schritt einen Strukturfragebogen. Hier werden unter anderem Angaben zur Zugänglichkeit des Angebots, dessen Neutralität und der Fachkompetenz erfragt. Die Organisation wird gebeten diverse Unterlagen wie zum Beispiel ein Leitbild, einen Leitfaden für die Beratung, das Fortbildungskonzept oder ein Konzept für Kunden-Befragungen beizubringen.

Ein Team aus zwei Auditoren verabredet mit der Organisation einen Vor-Ort-Termin. Hierbei kommt ein zweiter Fragebogen zum Einsatz. Die Auditoren legen darin ihre Eindrücke der Beratungsqualität und Fachkompetenz dar.

Der Strukturfragebogen, die eingereichten Unterlagen sowie die Einschätzung der Auditoren werden der Zertifizierungskommission vorgelegt. Diese besteht aus fünf unabhängigen Personen, die selbst nicht an dem jeweiligen Vor-Ort-Termin beteiligt waren. Nach Sichtung und Diskussion der Unterlagen entscheidet die Zertifizierungskommission, ob das Beratungs- oder Fortbildungsangebot den Grundsätzen der Deutschen Alzheimer Gesellschaft genügt und vergibt das Zertifikat.

Das Zertifikat hat eine Gültigkeit von drei Jahren. Danach ist eine Re-Zertifizierung notwendig. Die Kosten, die der DAlzG entstehen, werden von der Organisation erstattet und richten sich nach dem Aufwand.