In der gegenwärtigen Diskussion über Personalbemessung in der stationären Altenhilfe beschäftigt man sich intensiv mit PLAISIR, einem Verfahren, das mit hohem Einsatz an öffentlichen Mitteln seit mehreren Jahren in Altenhilfeeinrichtungen erprobt wird.

Die Forderung nach einem einheitlichen und anerkannten Verfahren zur Personalbemessung in der Altenhilfe wird seit Einführung der Pflegeversicherung von den Leistungserbringern und Fachverbänden berechtigter Weise gefordert.

Das bisherige Verfahren, anhand von Pflegestufen den Personalbedarf zu berechnen, wird Demenzkranken in der Regel nicht gerecht, da ihre krankheitsbedingten Bedürfnisse nach Betreuung und Versorgung bei der Ermittlung des Zeitbedarfs für die Pflegestufe nur eine untergeordnete Rolle spielen.

Das Verfahren PLAISIR erhebt in einem 30 Seiten starken Fragebogen individuell diagnostische Daten sowie komplexe Leistungs- und Strukturdaten anhand der Pflegedokumentation bzw. Pflegeplanung, die in einer "black box" ausgewertet werden.

Die bisherigen Ergebnisse führten dazu, dass in einem sogenannten Kieler Modell der Zeitbedarf für Kommunikation um einige Minuten gekürzt wurde und der errechnete Personalbedarf auf ein für die Kostenträger "bezahlbares" Maß reduziert wurde.

FORDERUNGEN
Ein Personalbemessungsverfahren sollte u.E. den individuellen Hilfebedarf unabhängig von der Pflegestufe, je nach krankheitsbedingter Symptomatik und persönlichem Betreuungsbedarf ermitteln. Es sollte auch das Betreuungskonzept der jeweiligen Einrichtung berücksichtigt werden.

Für den Fragebogen zur Bedarfserhebung besteht deshalb erheblicher Nachbesserungsbedarf bzgl. bestimmter Fragestellungen, Formulierungen und Leistungskategorien. Ebenso sollte die Auswertung der erhobenen Daten transparent und nachvollziehbar erfolgen.
Die Ergebnisse machen nur dann Sinn, wenn die errechneten Anhaltswerte in den Pflegesatzverhandlungen Berücksichtigung finden und entsprechend mehr Personal zur Betreuung der Demenzkranken eingesetzt wird.

Für uns als Deutsche Alzheimer Gesellschaft ist die Frage nach der Verbesserung der Situation der Demenzkranken in Heimen durch die Einführung des Verfahrens PLAISIR nicht beantwortet
Wir fordern die Einführung eines transparenten Verfahrens zur Personalbedarfsbemessung, welches auch die spezifischen Bedürfnisse der Demenzkranken erfasst und dessen Ergebnisse politische Umsetzung erfahren.

Im Auftrag des Vorstandes der Deutschen Alzheimer Gesellschaft

Karin Stöcker, Vorstandsmitglied

19. Juli 2004