Laufzeit: 2014-2018

In den letzten Jahren ist es immer wichtiger geworden, Angebote nutzerorientiert zu entwickeln. Ein Weiterbildungsinstitut hat sich im Jahr 2014 an die Deutsche Alzheimer Gesellschaft (DAlzG) gewandt und um die Bewertung des institutseigenen Curriculums gebeten. Die Bewertung sollte im Hinblick auf notwendige Inhalte aus Sicht von Menschen mit Demenz und ihrer Angehörigen erfolgen.

Dazu hat eine Arbeitsgruppe der DAlzG erstmalig Kriterien entwickelt und im weiteren Verlauf das Demenz-Fortbildungsangebot einer deutschen Hochschule zertifiziert. Das Curriculum wurde dazu eingehend auf dessen Inhalte sowie deren Übereinstimmung mit den Prinzipien der DAlzG geprüft.

Nachdem weitere Anfragen nach solch einer Zertifizierung aus dem Bereich Weiterbildung und Beratung die DAlzG erreichten, beschäftigte sich der Arbeitsausschuss Qualität der DAlzG näher mit dieser Thematik. Im Rahmen der Delegiertenversammlung im Jahr 2015 wurde beschlossen, ein geeignetes Zertifizierungsverfahren zu entwickeln, um entsprechende Anfragen bedienen zu können.

Die Entwicklung der Zertifizierung wurde durch eine erfahrene externe Auditorin begleitet . Sie beriet den Arbeitsausschuss Qualität und entwickelte die Grundstruktur der Zertifizierungsfragebögen, die intensiv im Arbeitsausschuss diskutiert wurden. Danach wurden Interessierte aus dem DAlzG-Team, aus dem Vorstand und aus den Mitgliedsgesellschaften in einem zweitägigen Seminar auf die Tätigkeit als Auditor bzw. Auditorin vorbereitet.

Im Projektzeitraum bis 2018 wurden insgesamt zwei Weiterbildungen und eine Pflegeberatung zertifiziert. Die Zertifikate haben eine Gültigkeit von drei Jahren. Danach wurde das Verfahren bei der DAlzG auf den Prüfstand gestellt. Im März 2019 hat der Vorstand der DAlzG die Einstellung der Zertifizierungen beschlossen. Dafür waren insbesondere die folgenden Gründe ausschlaggebend:

Der Aufwand für ein solches Zertifizierungsverfahren ist hoch und konnte nicht in jedem Fall durch die kalkulierten Beträge, die in Rechnung gestellt wurden, gedeckt werden. Insbesondere im Bereich der Curricula von Weiterbildungen sah man die Gefahr, dass zwar das Curriculum geprüft werden kann, jedoch nicht dessen Anwendung. Grundsätzlich wird weiterhin die Notwendigkeit gesehen, die Qualität von Beratungsstellen und Curricula zu fördern. Dies kann zum Beispiel durch Schulungen sowie im Zuge von Beratungstätigkeiten erfolgen.