Aus: Alzheimer Info 4/18

Herr Schmitt wendet sich mit folgendem Anliegen an das Alzheimer-Telefon: „Mein Vater hat Alzheimer und ist noch sehr mobil. Er geht gern und oft spazieren. In der letzten Zeit ist es öfter vorgekommen, dass er sehr lange unterwegs war, da er offenbar nicht mehr sicher den Weg nach Hause gefunden hat. Wir waren sehr besorgt und überlegen nun ein Ortungsgerät anzuschaffen, um ihn wenn nötig zu finden. Können Sie etwas empfehlen?“

„Dieses Anliegen beschäftigt viele Angehörige, denn Orientierungsprobleme sind eines der häufigsten Symptome bei Demenzerkrankungen. Der Einsatz eines GPS-Ortungsgerätes kann den Betroffenen eine Zeit lang helfen, selbstständig ihre gewohnten Wege zu laufen. Gleichzeitig gibt es den Angehörigen Sicherheit, ihren demenzkranken Angehörigen zu finden, falls er länger als üblich unterwegs ist. Wenn möglich, fragen Sie Ihren Vater, ob er damit einverstanden ist, dass er ein Ortungsgerät mit sich führt.

Wenn ein Ortungssystem nur dafür eingesetzt wird, einem Menschen mit Demenz weiterhin einen möglichst großen Freiraum zu gewähren, ihm bei Bedarf aber helfen zu können, handelt es sich nicht um einen Freiheitsentzug. Anders kann es aussehen, wenn die Personenortung dafür eingesetzt wird, einen Menschen daran zu hindern, einen Ort zu verlassen (beispielsweise indem ein Alarm ausgelöst wird). Diese Praxis gibt es in Pflegeheimen nicht selten. Dort ist dann möglicherweise eine richterliche Genehmigung für den Einsatz der Geräte erforderlich.

Es ist gut, dass Sie sich vorab näher informieren, denn nicht jedes GPS-Ortungsgerät eignet sich gleichermaßen für jede Person. Es ist wichtig, individuell zu schauen, welches Gerät am besten auf die jeweiligen Bedürfnisse und Gegebenheiten passt. Derzeit sind Geräte in Form von Uhren, einer einlegbaren Schuhsohle oder auch Tracker in der Größe einer Streichholzschachtel erhältlich. Wichtig ist, dass Ihr Vater das geladene Ortungsgerät auch dabei hat, wenn er spazieren geht, damit Sie im Ernstfall seinen Standort online abfragen können. Am besten überlegen Sie im Vorfeld, auch zusammen mit Ihrer Mutter, ob sie es sich zutraut, die Technik zu bedienen. Kenntnisse im Umgang mit dem Smartphone bzw. Computer sind dabei natürlich von Vorteil.

Wir haben in einer Liste verschiedene, derzeit am Markt erhältliche Produkte zusammengetragen – mit Abbildungen und Herstellerinformationen. Die Liste soll eine Orientierung bieten und einen Überblick verschaffen, zum Beispiel auch über die Kosten – Anschaffungskosten plus laufende monatliche Kosten. Sie erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit und stellt auch keine Empfehlung für einzelne Hersteller oder Produkte dar. Die Liste enthält zusätzlich eine kurze Einführung in die Funktionsweise von GPS-Ortungssystemen. Wir verschicken die Technikliste auf Anfrage. Wenn Sie eines dieser Geräte – oder auch ein anderes Produkt – im Alltag einsetzen, freuen wir uns übrigens über Ihre Rückmeldung dazu. Ihre Erfahrung geben wir – natürlich in anonymer Form - gerne an andere pflegende Angehörige weiter.“

Laura Mey
Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. Selbsthilfe Demenz

Die Technikliste können Sie per E-Mail bestellen. Oder rufen Sie das Alzheimer-Telefon an: 030 - 259 37 95 14.