Aus: Alzheimer Info 1/18

Frau Meyer wendet sich mit folgendem Anliegen an das Alzheimer-Telefon: „Bei meinem Ehemann (49 Jahre) wurde FTD diagnostiziert. Mein Mann hat sich sehr verändert und zu Hause ist es schwierig geworden: Unsere 15-jährige Tochter zieht sich zurück und unser 11-jähriger Sohn hat Probleme in der Schule. Haben Sie Tipps oder Hinweise, die mir in Bezug auf meine Kinder helfen könnten? Und gibt es spezielle Angebote für Kinder und Jugendliche mit einem kranken Elternteil?“

„Leider gibt es immer noch wenig spezialisierte Angebote für Menschen mit Demenz im jüngeren Lebensalter und ihre Angehörigen – und eben auch für ihre Kinder.

Bleiben Sie im Gespräch mit Ihren Kindern. Seien Sie Vorbild: Indem Sie offen und ehrlich über Ihre Gedanken und Gefühle sprechen, ermutigen Sie auch Ihre Kinder sich zu öffnen. Kinder sind sehr feinfühlig und sensibel, was Stimmungen und Veränderungen im familiären Gefüge angeht. Schaffen Sie immer wieder Raum für gemeinsame Gespräche. Andererseits ist es auch richtig und wichtig, dass sich die Kinder zurückziehen, wenn es ihnen zu viel wird. Bitten Sie enge Freunde oder andere Familienangehörige darum, für Ihre Kinder ansprechbar zu sein.

Gönnen Sie sich zusammen mit den Kindern mal etwas, unternehmen Sie gemeinsam etwas Schönes: Ins Schwimmbad gehen, ins Kino, in die Eisdiele oder in den Freizeitpark.

Und vor allem nicht den Humor verlieren! Lachen Sie auch immer wieder miteinander.

Außerdem kann ich Ihnen folgende Angebote empfehlen: 

  • Seit Anfang des Jahres gibt es das Projekt ‚Pausentaste' für Kinder und Jugendliche, die sich um ihre Familie kümmern. Es bietet Erfahrungsberichte, Tipps und Hinweise auf Beratungsangebote unter www.pausentaste.de
  • Es gibt auch ein englischsprachiges Portal, das sich speziell an ‚Kids' und ‚Teens' richtet, deren Eltern an FTD erkrankt sind: www.aftdkidsandteens.org
  • Auch die Initiative ‚echt unersetzlich...!?' der Beratungsstelle Pflege in Not aus Berlin hat eine Online-Beratung speziell für Kinder und Jugendliche ins Leben gerufen. Im Internet zu finden unter www.echt-unersetzlich.de
  • Im Rahmen des Projektes Rhapsody ist ein Informationsblatt für Eltern zum Thema entwickelt worden.

Laura Mey
Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. Selbsthilfe Demenz