Aus: Alzheimer Info 3/18

Herr Schmidt fragt am Alzheimer-Telefon: Ich pflege und betreue meine demenzkranke Frau nun schon seit 5 Jahren. Sie ist 77 Jahre alt und inzwischen komplett auf mich und meine Hilfe angewiesen. Immer öfter frage ich mich, was mit ihr geschieht, wenn ich mal ausfallen sollte. Unsere Kinder sind voll berufstätig und leben weit weg. Wie kann ich mich auf einen Notfall vorbereiten?

„Die von Ihnen geschilderte Sorge beschäftigt viele pflegende Angehörige. In der Tat kann es sinnvoll sein, sich einen individuellen Notfallplan zu erstellen. Das heißt, wichtige Informationen gebündelt an einem bestimmten Ort in der Wohnung bereit zu halten. In einem Ordner sollten Sie Kontaktpersonen, Vollmachten, Patientenverfügungen und auch medizinisch wichtige Informationen zu Vorerkrankungen und Medikamenten ablegen – für sich selbst und für Ihre Frau. Dieser Ordner sollte möglichst aktuell gehalten werden und besonders die medizinisch relevanten Informationen weit oben abgeheftet sein.

Sie sollten den Ordner deutlich beschriften und ihren Kindern oder anderen Vertrauenspersonen sagen, wo er sich befindet.

Es gibt auch sogenannte ‚SOS Notfalldosen‘ oder ‚SOS Rettungsdosen‘, die entsprechend gekennzeichnet sind und in der Kühlschranktür aufbewahrt werden. Da im Prinzip jeder Haushalt einen Kühlschrank hat, erleichtert dies das Auffinden der Dose mit den darin enthaltenen Notfalldaten. Ein entsprechender Aufkleber auf der Innenseite der Wohnungstür weist die Rettungskräfte auf die Existenz einer solchen Notfalldose im Kühlschrank hin.

Andere pflegende Angehörige haben uns berichtet, dass sie eine sogenannte ‚Notfallkarte‘ im Portemonnaie mitführen. Darauf vermerken sie, dass zu Hause eine demenzkranke Person auf sie wartet und auf Hilfe angewiesen ist. Wenn möglich geben sie eine Kontaktperson für den Notfall an.

Die Rettungskräfte beziehungsweise das Krankenhaus können dann diese Kontaktperson benachrichtigen. Sie können aber auch veranlassen, dass Ihre Frau Hilfe erhält, zum Beispiel durch den sozialen Dienst des Krankenhauses oder durch einen Pflegedienst. Aus unserer Beratung am Alzheimer-Telefon sind uns bisher keine Vorfälle bekannt, in denen nicht eine Lösung gefunden wurde.“ 

Laura Mey
Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. Selbsthilfe Demenz