Aus: Alzheimer Info 2/03

Vor dem Hintergrund eines Anteils von inzwischen etwa 60% demenziell erkrankten Bewohnern in Pflegeheimen besteht die dringende Notwendigkeit zu klären, welche strukturellen und konzeptionellen Veränderungen im stationären Bereich eingeleitet werden müssen, um den besonderen Bedürfnissen Demenzkranker unter den gegebenen Rahmenbedingungen gerecht zu werden und die notwendige Versorgungsqualität zu sichern.

Das im Zeitraum vom 1.5.2000 bis zum 30.4.2003 durchgeführte Projekt MIDEMAS (Milieutherapeutische DEmenzwohngruppen MAnnheim-Stuttgart) geht der Frage nach, unter welchen Bedingungen für eine bestimmte Gruppe Demenzkranker ein international als qualitätsvoll eingeschätztes Versorgungskonzept umsetzbar ist und wie dieses sich auf das Befinden und Verhalten der Bewohner und auf das Belastungserleben des Pflegepersonals auswirkt.

Im Rahmen einer sogenannten "kontrollierten Interventionsstudie" wagten sechs baden-württembergische Einrichtungen den Aufbruch in organisatorisches und pflegerisches Neuland und richteten in ihren Häusern milieutherapeutisch orientierte stationäre Wohngruppen für demenzkranke Bewohner ein. Das Projekt wurde durch Förderung des BMFSFJ (Modellprogramm "Altenhilfestrukturen der Zukunft"), des Sozialministeriums in Baden-Württemberg und der Erich und Liselotte Gradmann-Stiftung ermöglicht. Über die Studie und ihre Ergebnisse berichten die Projektverantwortlichen aus der Sozialplanung in Baden-Württemberg und der Arbeitsgruppe Psychogeriatrie des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit in Mannheim auf einer Tagung am 8. Juli 2003. Darüber hinaus kommen die beteiligten Einrichtungen mit ihren Erfahrungen zu Wort.
Die Tagung wird von der Demenz Support Stuttgart gGmbH als Tochter der Erich und Liselotte Gradmann Stiftung und der Sozialplanung in Baden-Württemberg als Projektträgerin veranstaltet.

Dr. Gabriele Kreutzner
Demenz Support Stuttgart

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