Aus: Alzheimer Info 1/14

Seit nunmehr drei Jahren beteiligen sich fünf katholische Krankenhäuser unter Federführung der Arbeitsgemeinschaft katholischer Krankenhäuser Saarland an dem Modellprojekt Dem-i-K (Demenz im Krankenhaus), das eine bessere Versorgung von Demenzpatienten in Akutkrankenhäusern zum Ziel hat.

Resultate des Modellprojekts Dem-i-K

Es wurden Konsiliar- und Liaisondienste eingerichtet, welche mit Fachärzten für Geriatrie, Psychiatrie und Neurologie sowie mit einer Fachaltenpflegekraft für Psychiatrie ausgestattet sind. Das heißt, dass je nach Bedarf Fachärzte aus anderen Kliniken punktuell oder auch kontinuierlich für die Behandlung im Akutkrankenhaus anwesend sind.

Im Zentrum des Dem-i-K-Konzepts standen der Aufbau eines demenzbezogenen Hintergrundwissens beim ärztlichen und pflegerischen Personal der beteiligten Allgemeinkrankenhäuser sowie ärztliche Konsile zur Erkennung und besseren Behandlung von Demenzen und Delirien. Nachdem Dem-i-K nun als Projekt mit einer wissenschaftlichen Begleitung durch das iso-Institut Saarbrücken abgeschlossen ist, möchten alle beteiligten Kliniken an dem eingeschlagenen Weg festhalten und die zunächst in Schwerpunktabteilungen gesammelten Erfahrungen auf weitere Stationen ausweiten.

Vom Projekt profitiert haben zum einen Personen mit fortgeschrittenen Demenzerkrankungen z. B. aus Pflegeheimen, wenn durch geeignete Umgangsweisen krisenhafte Zuspitzungen während des Krankenhausaufenthalts bzw. Komplikationen wie Delirien – etwa in Zusammenhang mit einer Operation – vermieden werden konnten. Zudem standen insbesondere jene Personen im Fokus, bei denen während des Krankenhausaufenthalts erstmals Symptome einer Demenz deutlich wurden und bei denen die Erstdiagnose im Rahmen des Projekts gestellt wurde. Dies betrifft über 40 % der im Rahmen von Dem-i-K behandelten Patienten.

Erweiterung des Konzepts: Dem-i-K plus

Im Hinblick auf die Zielgruppe der im Krankenhaus neu identifizierten Demenzpatienten besteht jedoch – so die Erfahrung aus dem Projekt – ein zusätzlicher Handlungsbedarf, dem nun durch eine Erweiterung des ursprünglichen Konzepts (Dem-i-K plus) entsprochen werden soll. Denn sowohl die Demenzkranken selbst als auch ihre Angehörigen sind in aller Regel von der Diagnose überrascht, und sie benötigen in dieser Phase, in der sich viele Fragen stellen, eine intensive fachliche Begleitung.

Im Rahmen von Dem-i-K plus werden zusätzliche modellhafte Leistungen angeboten, darunter z. B. ein ärztliches Aufklärungsgespräch durch den Konsiliararzt sowie eine ausführliche Erstberatung durch eine demenzerfahrene Sozialarbeiterin noch während des Klinikaufenthalts. Nachdem die Patienten entlassen sind, kann über ein Jahr eine weiterführende multiprofessionelle Beratung in der eigenen Häuslichkeit in Anspruch genommen werden. Diese wird durch die Fachpflegekraft des Konsiliar- und Liaisondiensts und einen Sozialarbeiter des Demenzvereins Saarlouis übernommen.

Zudem sollen im Rahmen des Projekts Qualifizierungsmaßnahmen z. B. für niedergelassene Ärzte durchgeführt und Vernetzungsstrukturen aufgebaut werden. Durch die wissenschaftliche Begleitforschung wird geprüft, wie sich die Belastung der Angehörigen im Verlauf der fachlichen Unterstützung entwickelt und ob es gelingt, durch den neuen Ansatz erneute Krankenhauseinweisungen oder Pflegeheimunterbringungen zu vermeiden.

Sabine Kirchen-Peters
iso-Institut Saarbrücken
Astrid Krächan
St. Nikolaus-Hospital Wallerfangen