Aus: Alzheimer Info 2/12

Laufen, Klettern, Radfahren gehörten schon immer zu den bevorzugten Sportarten des 55-jährigen Herbert W. Auch seit seiner Alzheimer-Diagnose vor vier Jahren ist er fast täglich aktiv. „Mein Mann ist körperlich gesund, und er soll solange wie möglich selbstbestimmt Sport treiben können. Ich kann ihn aber nicht immer begleiten, da ich noch berufstätig bin. Es wäre für ihn auch komisch, da er gewohnt ist, alleine und mit seinem Tempo unterwegs zu sein“, bereichtet seine Ehefrau.

„In letzter Zeit haben aber die Orientierungsstörungen zugenommen. Seine Radtouren oder Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln wurden für mich zur täglichen Belastungsprobe, da ich nicht sicher sein konnte, ob er wieder nach Hause findet“, sagt Frau W. Ein Erlebnis hat die beiden besonders erschüttert: Herr W. war mit der S-Bahn unterwegs. Auf dem Heimweg gab es eine S-Bahn-Störung und die Fahrgäste mussten den Schienenersatzverkehr nutzen. Damit war Herr W. überfordert. Wie viele andere Angehörige wünscht sich Frau W. ein System, mit dem sie ihren Mann unkompliziert benachrichtigen kann und das ihr mitteilt, wo er sich gerade befindet. Zusammen mit Frau W. haben längere Zeit nach einem kostengünstigen und einfach zu bedienenden Ortungssystem für Betroffene und Angehörige gesucht. Schließlich haben Frau W. und ihre Mann ein auf der Internetseite www.demenzbegleitung.eu angebotenes Gerät getestet und gute Erfahrungen gemacht.

„Mein Mann trägt an seinem Gürtel ein Mobiltelefon. Am meinem Arbeitsplatz oder zu Hause kann ich am PC verfolgen, wo er sich gerade befindet. Im Bedarfsfall kann ich ihn anrufen, dabei wird in dem Handy der Freisprechmodus aktiviert. Falls mein Mann nicht mit mir sprechen kann, können mich aber andere Personen hören, die in der Nähe sind. Ich bin erleichtert, dass mein Mann seine Unabhängigkeit behalten kann. Das System gibt uns beiden Sicherheit und ich kann im Hintergrund bleiben“, beschreibt Frau W. ihre Erfahrungen.

Man benötigt also ein Handy mit GPS-Ausstattung, das die zu ortende Person bei sich trägt, z.B. in einer Tasche am Gürtel. Angehörige benötigen einen PC mit Internetzugang. Mit einem Passwort loggt man sich ein und kann auf einer Karte genau sehen, wo sich die betroffene Person befindet. Es besteht auch die Möglichkeit, per SMS oder E-Mail informiert zu werden, falls die Person einen gewissen Radius verlässt oder länger als geplant an einem bestimmten Ort verweilt.

Laufende Kosten entstehen dabei für den Zugang zur Positionsdarstellung im Internet sowie für eine SMS-Flatrate.

Christine Zarzitzky
Alzheimer Gesellschaft München e.V.

 

Kontakt und Informationen:

Georg Nowotny
Tel: 089 - 38 15 69 32
www.demenzbegleitung.eu