Aus: Alzheimer Info 4/13

Am 5. Juli 2018 veröffentlichen die Hersteller Eisai und Biolgen eine Pressemeldung zu Ergebnissen einer placebo-kontrollierten klinischen Prüfung mit dem monoklonalen Antikörper BAN2401 (Study 201; ClinicalTrials.gov identifier NCT01767311). Dieser soll, unter Zuhilfenahme des Abwehrsystems (Immunsystem) des Menschen, die Amyloid-Ablagerungen im Gehirn bei Menschen mit Alzheimer-Krankheit im Stadium der beginnenden oder leichtgradigen Demenz verringern. Das Ziel ist, das Voranschreiten der Krankheit und damit auch die Zunahme der Beschwerden zu verlangsamen oder sogar aufzuhalten. In dieser Prüfung der Phase II (in diesem Stadium der Entwicklung eines Medikaments geht es zuvorderst um Erkenntnisse zur Sicherheit und zur optimalen Dosis) wurden vier unterschiedlich hohe Dosierungen des Antikörpers gegenüber einem unwirksamen Scheinpräparat (Placebo) untersucht. Bei Patienten, die die höchste Dosis erhielten, wurde nach 18 Monaten Behandlung sowohl eine statistisch bedeutsame Verringerung der Menge von Amyloid im Gehirn (sie kann mit Hilfe der Positronen-Emissions-Tomografie sichtbar gemacht werden) als auch eine Verzögerung des Voranschreitens der Beschwerden im Vergleich zu den Patienten, die Placebo erhielten, erreicht. Bei ungefähr 10 Prozent traten im Sinne einer übermäßigen Immunreaktion vorübergehende Schwellungen im Gehirn auf.

Die Ergebnisse sind ein weiteres Glied in der Reihe von klinischen Prüfungen, die ähnliche positive Signale für andere Antikörper, zum Beispiel Aducanumab, Crenezumab oder Gantenerumab zeigten. Voraussichtlich wird nun versucht werden, die Wirksamkeit des neuen Antikörpers in größeren Studien zu bestätigen, die für die Zulassung als Medikament / Arzneimittel erforderlich sind.

Die Vielzahl von Studienergbnissen mit monoklonalen Antikörpern gegen Amyloid lassen hoffen, dass in den kommenden Jahren eine solche Behandlung zur Verlangsamung der Alzheimer-Krankheit verfügbar sein könnte. Interessierte Betroffene können sich an den laufenden klinischen Prüfungen als Teilnehmer bewerben.

PD Dr. med. Timo Grimmer
Zentrum für Kognitive Störungen, Klinikum rechts der Isar, Technische Universität München
E-Mail: t.grimmer[at]tum.de