Aus: Alzheimer Info 3/19

Aus persönlicher Not heraus habe ich 2011 einen Gesprächskreis für pflegende Angehörige von an Demenz Erkrankten ins Leben gerufen. Kurz zuvor hatte meine Frau die Diagnose Alzheimer-Demenz erhalten.

Ich merkte schnell, dass meine erkrankte Frau ärztliche Unterstützung erfuhr. Aber was war mit mir? Ich erhielt von einem Arzt lediglich den Hinweis: „Auf Sie kommen schwere Zeiten zu!“ So begann ich selbst, mich kundig zu machen und alles über die Erkrankung zu lesen. Schnell wurde mir klar, dass ich alleine die auf mich zukommenden Aufgaben rund um die Pflege meiner Frau nicht schaffen konnte. Deshalb gründete ich den Gesprächskreis für pflegende Angehörige Northeim.

Unser Kreis trifft sich zweimal monatlich. Hier erleben wir, wie andere Betroffene mit ihrer Situation umgehen. Hier erfahren wir, welche Fehler im Umgang mit dem erkrankten Partner andere gemacht haben, und wir lernen, Lösungen für unsere eigenen Herausforderungen zu finden. Der Austausch untereinander, die Weitergabe von positiven und negativen Erfahrungen sowie die Anregungen und Tipps sind für uns unbezahlbar.

Jeder Teilnehmende unseres Gesprächskreises ist ein Pflegeprofi: Gemeinsam gelingt es uns immer wieder, die lange und oft schwere Wegstrecke der Pflege des auf unsere Hilfe angewiesenen erkrankten Menschen zu begleiten. Auch bei Anträgen, Behördengängen und anderen Formalitäten unterstützen wir uns gegenseitig.
Zusätzlich betreiben wir eine umfangreiche Öffentlichkeitsarbeit, um auf die vorhandenen Hilfen und Angebote aufmerksam zu machen. Uns ist es ein großes Anliegen, die AlzheimerErkrankung der breiten Öffentlichkeit näherzubringen. Bereits mehr als sechzig Demenz Partner haben wir geschult – auch diese Arbeit wollen wir fortsetzen.

Oskar Schwarz
Northeim