Die Pflegepolitik des Berliner Senats - Bilanz und Vorhaben

Vortrag von Dr. phil. Ina Czyborra (SPD)

Berliner Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege

Veranstaltungsort

Einsteinsaal
Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften am Gendarmenmarkt
Jägerstraße 22–23
10117 Berlin

Thema

Die Jahre 2023 bis 2025 markieren eine Reformphase in der Berliner Pflegepolitik. Angesichts steigender Pflegebedarfe, demografischer Veränderungen und eines anhaltenden Fachkräftemangels hat der Senat umfassende Maßnahmen zur Stabilisierung, Modernisierung und zum Ausbau der pflegerischen Versorgung eingeleitet.

Ein zentrales Anliegen des Senats ist es, das Berliner Pflegesystem datenbasiert weiterzuentwickeln. Der Landespflegeplan 2025 verknüpft erstmals eine umfassende Bestandsaufnahme der pflegerischen Versorgung, der Personalstruktur und der zukünftigen Bedarfe mit der gezielten Ableitung von Maßnahmen zur Weiterentwicklung der pflegerischen und pflegeflankierenden Strukturen. Dieser Plan beschreibt darüber hinaus den strategischen Rahmen für die kooperative Entwicklung der Pflegestrukturen. Im Rahmen dieser Landespflegestrukturplanung lassen sich Entwicklungen besser prognostizieren und politische Entscheidungen zielgerichteter treffen. Gleichzeitig verpflichtet sich der Senat damit zu mehr Transparenz und regelmäßiger Fortschreibung des Landespflegeplans. Gerade in einer Stadt wie Berlin, deren Bevölkerung stark wächst und deren Bevölkerungsstruktur sich dynamisch verändert, ist ein solches Steuerungsinstrument essenziell.

Besondere Aufmerksamkeit schenkte der Senat in diesen Jahren darüber hinaus der Fachkräftesicherung. Pflegekräfte zu gewinnen, zu bilden und zu halten, gilt als eine der größten Herausforderungen. Daher wurden Ausbildungskapazitäten in der Pflegefachausbildung gesichert, Ausbildungskapazitäten in der neuen landesrechtlichen Pflegefachassistenzausbildung aufgebaut und die Durchlässigkeit innerhalb des Berufs verbessert. Gleichzeitig betont der Senat die Bedeutung eines diversitätsbewussten Pflegeverständnisses und legt Wert auf Maßnahmen, die Menschen mit Einwanderungsgeschichte, insbesondere solche mit einem ausländischen Pflegefachabschluss, stärker in pflegerische Berufsfelder integrieren. Ziel ist es, sowohl vorhandene Potenziale besser zu nutzen als auch das Arbeitsfeld Pflege attraktiver zu gestalten.

Auch im Bereich der pflegerischen Infrastruktur setzt der Senat neue Impulse. Die Rahmenbedingungen für stationäre, teilstationäre und ambulante Pflegeangebote sowie alternative Wohnformen wie Pflege-Wohngemeinschaften sollten verbessert werden, um der zunehmenden Nachfrage und besonderen Bedarfslagen gerecht zu werden. Ergänzend wurden die Beratung und Unterstützung pflegender Angehöriger gestärkt, da sie weiterhin einen großen Teil der Versorgung sicherstellen. Mit digitalen Informationsangeboten und niedrigschwelligen Kontaktstellen sollen insbesondere ältere Menschen sowie ihre Familien künftig schneller Orientierung finden.

Darüber hinaus betont der Senat die Bedeutung von Prävention und Teilhabe. Ziel ist es, Pflegebedürftigkeit möglichst lange hinauszuschieben. Im Fokus steht, älteren Menschen ein selbstbestimmtes Leben im vertrauten Umfeld zu ermöglichen. Die präventiven Berliner Hausbesuche und die Gesundheitsförderung in der stationären Langzeitpflege konnten aufgrund der hohen Nachfrage erfolgreich verstetigt werden. Mit dem Berliner Altenhilfestrukturgesetz wird die gesamtstädtische Altenhilfe gestärkt und strategisch darauf ausgerichtet, ihr Präventionspotenzial im Vor- und Umfeld von Pflege zu entfalten. Ergänzt wird dies durch Pläne, die Qualität der Einrichtungen transparenter zu machen und die Kontrolle vor Ort weiterzuentwickeln.

In der Gesamtschau zeigen die Jahre 2023 bis 2025, dass der Berliner Senat die Pflegepolitik als zentrale sozialpolitische Aufgabe begreift. Viele Maßnahmen und Prozesse befinden sich noch im Aufbau, doch sie markieren einen klaren politischen Willen, die Berliner Pflege- und Altenhilfestrukturen langfristig zukunftsfähig zu gestalten – mit einer Kombination aus Aus- und Umbau, Digitalisierung, Fachkräftestrategie und einer stärkeren Einbindung der Zivilgesellschaft. Diese Reformphase legt damit wichtige Grundlagen für die kommenden Jahre, in denen die demografischen Herausforderungen weiter zunehmen werden und eine kontinuierliche politische Anstrengung erforderlich bleibt.

Anmeldung bis zum 6. März 2026 auf der Website: https://www.deutschespflegeforum.de/termine/anmeldung

Veranstalter

Deutsches Pflege Forum
Bülowstraße 71-72
10783 Berlin

Anmeldung erforderlich

Ja

Teilnahmegebühr

Nein