Technische Hilfen nutzen

Technische Geräte gehören heute ganz selbstverständlich zu unserem Alltag. Das fängt beim Bügeleisen an und reicht bis hin zum Computer. Häufige Symptome einer Demenzerkrankung sind die Störung des Kurzzeitgedächtnisses oder die Störung der Merkfähigkeit. Diese können dazu führen, dass selbst vertraute Geräte nicht mehr richtig bedient werden können. Gleichzeitig gibt es inzwischen viele technische Hilfsmittel, die Einschränkungen ausgleichen können. 

Technische Lösungen und Hilfsmittel

Es gibt viele moderne Haushaltsgeräte, die über eine Abschaltautomatik verfügen. Wird zum Beispiel ein Bügeleisen längere Zeit nicht bewegt, schaltet es sich automatisch ab.
Achten Sie auf eine solche integrierte Abschaltautomatik, wenn Sie sich ein neues Gerät kaufen wollen.

Herdsicherungen schalten einen Elektroherd entweder nach einer voreingestellten Zeit oder bei Überhitzung der Kochfelder automatisch ab. Moderne Herde verfügen häufig schon über eingebaute Herdsicherungssysteme. 
Sollten Sie sich einen neuen Herd kaufen wollen, achten Sie darauf, dass der Herd über eine solche Abschaltautomatik verfügt.

Für Gasherde ist uns bisher kein geeignetes Sicherungssystem bekannt. Im Zweifelsfall sollte ein Gasherd daher abgeklemmt bzw. durch einen Elektroherd ersetzt werden. 

Rauchmelder in der Wohnung ermöglichen einen rechtzeitigen Alarm, sollte es doch einmal zu einer Rauch- oder Brandentwicklung kommen. 
Gerade bei allein lebenden Personen kann es sich anbieten, diese Rauchmelder mit einem Hausnotrufsystem zu koppeln. In diesem Fall ertönt nicht nur das Alarmsignal, sondern es wird auch gleichzeitig über die Hausnotrufzentrale die Feuerwehr alarmiert.

Menschen mit Demenz können Schwierigkeiten haben, Festnetztelefone oder Handys zu bedienen. Gründe für diese Schwierigkeiten sind zu kleine Bedientasten, ein unübersichtliches Menü sowie eine Vielzahl von Funktionen. 

Telefone mit großen Tasten schaffen hier Abhilfe. Wichtige Rufnummern werden als Kurzwahlnummern eingespeichert. Beim Betätigen einer Taste wird die hinterlegte Nummer angewählt. 

Bei einigen Telefonmodellen können die Tasten zusätzlich mit Bildern versehen werden. Die Bilder zeigen dann die Person, deren Nummer eingespeichert ist. 

Sogenannte Seniorenhandys verfügen in der Regel nur über die zum Telefonieren wichtigen Funktionen. 

Es gibt Telefone, die nur über drei oder sogar nur über eine Taste verfügen. Auf diese Tasten können feste Nummern programmiert werden. Über diese Nummern sollte im Notfall immer jemand erreichbar sein. Die Rufannahme ist in der Regel über alle Tasten möglich.

Eine Demenzerkrankung geht zumeist mit Orientierungsstörungen einher. Diese können dazu führen, dass der Weg nach Hause nicht mehr jederzeit gefunden wird. Systeme zur Personenortung sorgen hier für mehr Sicherheit. Diese funktionieren ähnlich wie Navigationsgeräte.

Notwendig ist es in jedem Fall, dass Sie als Nutzer einen Sender bei sich tragen. Es gibt diese Sender als

  • Handy
  • als Armband oder Uhr
  • oder als kleines Gerät, das am Gürtel oder in der Tasche getragen werden kann.

Teilweise ist hier ein Notrufknopf integriert. Über diesen Notrufknopf kann der Nutzer selbst Hilfe rufen, soweit er dazu in der Lage ist.

Es gibt auch Geräte mit einer Freisprecheinrichtung, über die die Helfer direkt in Kontakt mit dem Vermissten treten können.

Die Ortung kann über eine Notrufzentrale erfolgen. Es gibt aber auch Varianten, bei denen die Ortung des Senders durch Angehörige über den privaten PC erfolgt.

Technische und digitale Hilfen können an vielen Stellen zum Einsatz kommen. Sie können den Alltag sicherer machen und Angehörige entlasten. Es ist jedoch wichtig immer wieder zu überprüfen, welche Auswirkungen der Einsatz dieser Hilfen auf die betroffenen Menschen mit Demenz hat.

  • Bleibt die Würde der Betroffenen erhalten?
  • Hilft der Einsatz der Technik bei der Bewahrung der Autonomie der betroffenen oder schränkt er Freiheiten ein?
  • Unterstützt die Technik bei wichtigen Alltagsverrichtungen oder bei der Kommunikation mit anderen? Oder verstärkt sie womöglich vorhandene Unsicherheit und Desorientiertheit?

Eines darf dabei allerdings nicht vergessen werden: So wie Menschen mit Demenz ein Recht auf Autonomie haben, haben auch diejenigen, die sie begleiten und betreuen, ein Recht auf Freiräume und Erleichterungen. Technische Hilfen können Pflegende körperlich wie auch seelisch entlasten. Sie mindern den Druck, immer und überall präsent und hellwach sein zu müssen. Eine solche Entlastung kommt letztlich auch den Erkrankten zugute.

Wissenswert

Für Rückfragen stehen wir zur Verfügung

Wenn Sie Fragen zu technischen Hilfsmitteln haben, erreichen Sie die Kolleginnen und Kollegen vom Alzheimer-Telefon unter der Rufnummer 030 - 259 37 95 14.

Sie können zudem eine Liste zu verschiedenen Produkten mit den zugehörigen Herstelleradressen erhalten. Bitte rufen Sie uns dazu an oder schicken Sie uns eine E-Mail.

Wenn Sie weitere Ideen haben oder auf ein neues Produkt stoßen, freuen wir uns sehr über Ihre Anregungen!

Nachfolgend finden Sie weitere Hinweise zur Wohnraumgestaltung, zu Wohnberatungsstellen und zu technischen Hilfsmitteln für Senioren, Menschen mit einer Behinderung sowie Menschen mit Demenz

Weitere Informationen

Die überwiegende Zahl der Menschen will bis ins hohe Alter in der eigenen (Miet-)Wohnung wohnen bleiben und bei Bedarf auch dort gepflegt werden. Die Wohnung als ein Ort für gesundheitliche Versorgung und Pflege ist dadurch zu einer gesellschaftlichen Aufgabe und Chance zugleich geworden. Dabei kommt dem technischer Assistenzsysteme besondere Bedeutung zu. In einer gemeinsamen Erklärung haben der Spitzenverband der Wohnungswirtschaft GdW und die BAGSO Forderungen formuliert, die ein technikgestütztes und selbstbestimmtes Wohnen ermöglichen.

Hier gehts zur Website der BAGSO und den gemeinsamen Forderungen mit der GdW

Barrierefrei Leben e.V. informiert und berät ältere sowie körperlich eingeschränkte Menschen, die ihre Wohnsituation durch Hilfsmitteleinsatz, Wohnungsanpassung, Umbau oder barrierefreies Bauen verbessern wollen.

Hier gehts zur Website von Barrierefrei Leben e.V. 

Die Landesinitiative begünstigt „Soziale Innovationen für Generationen“ und sensibilisiert für eine nachhaltige Demografie-Strategie als ressortübergreifende, interdisziplinäre Daueraufgabe.

Hier gehts zur Website der Landesinitiative

Auf der folgenden Internetseite finden Sie Anregungen eines Angehörigen zu technischen Unterstützungsmöglichkeiten für Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen.

Hier gehts zur Website  (engl.)

Das "Deutsche Institut für Treppensicherheit e.V." verfolgt als berufsständische Organisation den Zweck, durch wissenschaftliche Forschung praxisgerechte technische Lösungen für mehr Sicherheit auf den Verkehrswegen (Flure, Treppe und Rampen) zu entwickeln.

Hier gehts zur Website des Deutschen Instituts für Treppensicherheit

nullbarriere.de ist seit 2001 das Fachportal für barrierefreies Bauen im deutschsprachigen Internet. Schwerpunkte der Website sind Informationen zu DIN-Normen, Gesetze und Richtlinien.

Hier gehst zur Website nullbarriere.de

 

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