Forschung

Die Förderung der Forschung für Menschen mit Demenz, aber auch der Schutz von Demenzerkrankten vor Forschung sind in der Satzung der Deutschen Alzheimer Gesellschaft verankert.
In ihren ethischen Leitsätzen lehnt die DAlzG fremdnützige Forschung, also Forschung, die den Betroffenen selbst nichts nützt, an Demenzerkrankten ab. Seit der Novellierung des Arzneimittelgesetzes im Dezember 2016 ist auch eine gruppennützige Forschung an nicht-einwilligungsfähigen Personen auf der Basis einer Verfügung erlaubt. Die DAlzG hat dazu eine Stellungnahme abgegeben.

Forschungsförderung der Deutschen Alzheimer Gesellschaft

Zu den satzungsgemäßen Aufgaben der Deutschen Alzheimer Gesellschaft (DAlzG) gehört auch die Unterstützung der wissenschaftlichen Forschung. Die DAlzG unterstützt deshalb regelmäßig Forschungsvorhaben im Bereich Demenz.

Die DAlzG schreibt alle zwei Jahre eine Forschungsförderung im Bereich der Versorgungsforschung aus. Für die aktuelle Forschungsförderung 2026 war eine Bewerbung bis zum 6. Januar 2026 möglich. Alle Informationen zur Bewerbung und zur Förderung finden Sie unter Forschungsförderung

Die DAlzG unterstützt Forschungsprojekte auch praktisch, beispielsweise indem sie ihr Expertenwissen in Projektbeiräten zur Verfügung stellt. Wir erhalten regelmäßig Bitten, Projektanträge beim Forschungsministerium oder anderen Stellen durch einen sogenannten Letter of Intend zu unterstützen. Für solche Anfragen haben wir ein festgelegtes Verfahren. Anfragende Projekte werden außerdem gebeten, alle wichtigen Angaben in ein Formblatt einzutragen und an info[at]deutsche-alzheimer.de zu schicken.

Menschen mit Demenz und ihre An- und Zugehörigen unterstützen Forschung und Wissenschaft

Menschen mit Demenz und ihre An- und Zugehörigen wollen mitreden und wollen gehört werden. Insbesondere dann, wenn es um ihre eigenen Belange geht. Dies gilt auch für die Forschung: Stehen Menschen mit Demenz im Mittelpunkt eines Projekts, sollten ihre Gedanken, Erfahrungen und ihr Wissen, ebenso wie die ihrer Angehörigen, einbezogen werden.

Als Interessenvertretung setzt sich die DAlzG dafür ein, dass die Partizipation von Menschen mit Demenz sowie ihren An- und Zugehörigen in allen Lebensbereichen und damit auch in Forschung und Wissenschaft gelebte Realität wird. Die DAlzG unterstützt dies, indem sie zum Beispiel Kontakte zwischen Menschen mit Demenz und Forschenden vermittelt.

Sind Sie eine Person mit Demenz oder eine angehörige Person und möchten sich an Forschungsprojekten beteiligen, die sich mit der Verbesserung der Versorgung und Unterstützung von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen beschäftigen?
Dann nehmen wir Ihre Kontaktdaten gerne in unsere interne Datenbank auf und vermitteln passende Anfragen von Forschenden. Hierzu benötigen wir Ihren Namen und Ihre E-Mail-Adresse.

Bei Interesse oder Fragen melden Sie sich bitte bei:

Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V.
Jessica Dinter
E-Mail: jessica.dinterdeutsche-alzheimerde 
030 – 259 37 95 24

Aktuelle Forschungsaufrufe

An die Deutsche Alzheimer Gesellschaft werden immer wieder Anfragen herangetragen, Studienaufrufe durch Publikation in ihren Medien (Internetauftritt, Mitgliederzeitschrift „Alzheimer Info“) zu unterstützen. Dabei handelt es sich um Aufrufe zur Beteiligung sowohl an der klinischen Forschung (z.B. Forschung zur Verträglichkeit und Wirksamkeit von Medikamenten) als auch an der Versorgungsforschung (z.B. Durchführbarkeit und Wirksamkeit von nicht-medikamentösen Interventionen). Grundsätzlich ist eine solche Unterstützung von Forschungsvorhaben möglich. Die dafür notwendigen Voraussetzungen haben wir in dem folgenden Dokument zusammengestellt: Bedingungen für die Information über Studienaufrufe durch die Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. Selbsthilfe Demenz

An dieser Stelle veröffentlichen wir Aufrufe zur Teilnahme an Studien. Diese entsprechen den Kriterien für Forschungsaufrufe der Deutschen Alzheimer Gesellschaft. Sie werden von der Deutschen Alzheimer Gesellschaft weder finanziert noch durchgeführt.

Das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) führt eine klinische Registerstudie zur Frontotemporalen Demenz (FTD) durch.
Teilnehmen können Menschen, die wegen einer (möglichen) Frontotemporalen Demenz bei kooperierenden Kliniken des DZNE behandelt werden, sowie blutsverwandte Angehörige von FTD-Erkrankten.

Ziel des internationalen NeuroMET-Projekts ist es, mithilfe von fortschrittlichsten Blut- und Speicheluntersuchungen und besonders hochauflösenden Aufnahmen eines Magnetresonanztomografie (MRT)-Geräts, die Methoden für eine frühe Diagnostik der Alzheimer-Krankheit weiterzuentwickeln. Für die Studie werden Menschen mit leichten Gedächtniseinschränkungen bzw. einer beginnenden Alzheimer-Demenz gesucht.

Wissenswert

Forschung kann viele Gesichter haben

  • Grundlagenforschung findet in Laboren statt, wo beispielsweise über die Wirkmechanismen der für die Alzheimer-Krankheit verantwortlichen Amyloid-Ablagerungen geforscht wird, um nur ein Beispiel zu nennen.
  • Die klinische Forschung untersucht dagegen die Wirksamkeit von verschiedenen Therapie-Optionen, zum Beispiel Medikamente oder nicht-medikamentöse Ansätze wie Musiktherapie. Mehr Informationen dazu finden Sie in unserem Informationsblatt 12: Klinische Forschung.
  • Die Versorgungsforschung untersucht beispielsweise, wie die Lebensbedingungen für Demenzerkrankte mit verschiedenen Ansätzen, zum Beispiel bestimmten Wohnkonzepten, verbessert werden können oder wie Angehörige besser entlastet werden können.

Die BAG Selbsthilfe hat ein Video veröffentlicht zu „Unterschiedliche Studientypen der klinischen Forschung“.
Verständlich und kompakt wird erklärt, welche Arten von klinischen Studien es gibt – von der randomisiert kontrollierten Studie (RCT) über Beobachtungsstudien bis hin zur Meta-Analyse. Außerdem wird erklärt, wie neue Medikamente getestet werden und welche Rolle das EU-HTA-Verfahren dabei spielt. Video auf YouTube ansehen

Forschung wird von verschiedenen Disziplinen (z.B. Neurobiologie, Gerontopsychiatrie oder Pflegewissenschaften) an unterschiedlichen Orten betrieben. Einige Forschungsverbünde, -projekte und -institute stellen wir Ihnen nachfolgend vor - ohne dabei einen Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben. Bei den genannten Forschungsvorhaben gehen wir davon aus, dass sie den ethischen Grundsätzen der Deutschen Alzheimer Gesellschaft entsprechen, allerdings können wir dafür keine Gewähr übernehmen. 

Forschungsverbünde

Das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) wurde am 23. Juni 2009 offiziell gegründet. Es soll die bundesweite Kompetenz auf dem Gebiet der Forschung an neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer und Parkinson in Form eines Netzwerkes bündeln. Das Kernzentrum ist in Bonn, es gibt derzeit sieben weitere Standorte. Das DZNE wird vom BMBF gefördert.

Als Referenzzentrum für Neurodegenerative Erkrankungen der Deutschen Gesellschaft für Neuropathologie und Neuroanatomie (DGNN) beherbergt das Institut in München die Neurobiobank München und führt die Arbeit des Brain-Net fort, das bis 2011 das organisatorische Zentrum eines nationalen Netzwerks von Hirnbanken (Brain-Net) war und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wurde. In einer Hirnbank wird Hirngewebe, zum Beispiel von verstorbenen Alzheimer-Patienten, für die Forschung gesammelt.

Nachfolgend haben wir für Sie eine Übersicht über Internet-Seiten zur Demenz-Forschung, sowie weitere Möglichkeiten zur Information zusammengestellt. 

Weiterführende Hinweise

Im „Alzheimer Info“, der Mitgliederzeitung der Deutschen Alzheimer Gesellschaft, werden regelmäßig Artikel zum aktuellen Stand der Forschung veröffentlicht. Das Alzheimer Info erscheint vierteljährlich und kann in unserem Shop kostengünstig erworben werden

Das Münchner Exzellenz-Cluster SyNergy (Munich Cluster for Systems Neurology), in dem Arbeitsgruppen von LMU und Technischer Universität München (TUM) vernetzt sind und gemeinsam an verschiedenen neurologischen Erkrankungen forschen, hat im Oktober 2023 eine Podcast-Serie zu degenerativen Gehirnerkrankungen gestartet, um die Wissenschaft in diesem Bereich einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. 
Der "Podcast zur Demenzforschung - Verständlich erklärt: Münchner Wissenschaftler*innen geben Antwort" ist auf verschiedenen Podcast-Plattformen kostenlos verfügbar.

Alle Podcast-Folgen können Sie auch hier anhören

Weitere Informationen

Forschung

Die DIAN-Studie wurde im Jahr 2008 in den USA begonnen, um die genetisch bedingte Formen der Alzheimer-Erkrankung besser zu erforschen. DIAN steht für „Dominantly Inherited Alzheimer‘s Network“, also „Netzwerk zur Erforschung der dominant vererbten Alzheimer Krankheit“. Rund 0,5 Prozent aller Fälle von Alzheimer sind auf Veränderungen (Mutationen) an einem von drei Genen zurückzuführen.

Forschung

Die „Amyloid-Hypothese“ der Alzheimer-Krankheit nimmt an, dass die Ablagerung des Proteins beta-Amyloid eine zentrale Rolle in der Krankheitsentstehung spielt. Vor 20 Jahren wurde in Tierversuchen die aufregende Erkenntnis gewonnen, dass die Amyloid-Ablagerungen durch Mobilisierung der im Gehirn vorhandenen Abwehrzellen aus dem Gehirn entfernt werden können.

Forschung

Im März 2019 teilte die Firma Biogen mit, dass die klinische Entwicklung des Anti-Amyloid-Antikörpers Aducanumab nach einer Zwischenauswertung aktueller großer Studien eingestellt wurde. Diese Nachricht hat Betroffene, Angehörige und Forschende weltweit überrascht und erschüttert.

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