„Prävention im Lichte der aktuellen Reformen im Gesundheits- und Pflegebereich“
Unter dem Motto „Demenz – (k)eine Frage des Alters“ findet am 21. September wie in jedem Jahr seit 1994 der Welt-Alzheimertag statt. In der gesamten „Woche der Demenz“ werden vom 21. bis zum 27. September bundesweit vielfältige Aktionen organisiert, um auf die Situation von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen aufmerksam zu machen.
Tatsächlich sind die meisten Menschen mit Demenz über 65 Jahre alt, doch Demenzerkrankungen können auch in jüngeren Jahren auftreten. Darüber hinaus sind als Partnerinnen und Partner, Kinder, Enkelkinder, Nachbarn sowie Kolleginnen und Kollegen Menschen mitbetroffen, die wiederum ganz unterschiedlichen Generationen angehören. Demenz kennt keine Altersgrenze!
Deshalb ist es nie zu früh, sich mit Demenzerkrankungen auseinanderzusetzen. Der Welt-Alzheimertag 2026 lädt unter dem Motto „Demenz – (k)eine Frage des Alters“ dazu ein, Demenz nicht als Phänomen zu betrachten, das „irgendwann einmal“ andere betrifft, sondern als eine gemeinsame Aufgabe, die schon heute unser Zusammenleben prägt.
Gute Gesundheitspolitik bedeutet demenzpräventive Politik!
In der aktuellen Diskussion um Änderungen im Gesundheits- und Pflegebereich geht es hauptsächlich um Einsparmöglichkeiten – oftmals zulasten von Patienten, Pflegebedürftigen und pflegenden Angehörigen. Zwar findet sich auch der Begriff „Prävention“ an verschiedenen Stellen, doch das alleine reicht nicht aus. „Demenz“ ist die Diagnose, die am häufigsten zum Eintritt von Pflegebedürftigkeit führt. Wir wissen, dass durch eine konsequente Prävention rund 36 Prozent aller Demenzerkrankungen in Deutschland vermieden werden könnte. Aktuell liegt die Zahl bei rund 1,8 Millionen, wird aber in den kommenden Jahren noch deutlich weiter ansteigen, auf bis zu 2,7 Millionen im Jahr 2050. Darüber hinaus lässt sich der Verlauf von Demenzerkrankungen durch frühzeitige Behandlung, Lebensstilanpassungen und eine gezielte Unterstützung zum Erhalt der Selbstständigkeit deutlich verzögern, sodass Pflegebedürftigkeit erst zu einem späteren Zeitpunkt eintritt.
Hierfür spielt nicht nur eine frühzeitige Diagnosestellung – die nach wie vor viel zu selten erfolgt – eine wichtige Rolle, sondern auch darauf aufbauende Angebote wie eine spezialisierte geriatrische Rehabilitation und Unterstützung im Alltag. Während die geriatrischen Rehaeinrichtungen insbesondere durch das Beitragsstabilisierungsgesetz unter einen immer stärkeren Druck geraten, werden durch das Pflegeneuordnungsgesetz ab dem kommenden Jahr voraussichtlich die niedrigschwelligen alltagsunterstützenden Angebote bei Pflegegrad 1 wegfallen. Prävention soll hier offenbar ausschließlich durch Beratung umgesetzt werden, während der Zugang zu höheren Pflegegraden, in denen auch unterstützende Leistungen hinterlegt sind, erschwert wird. Das greift aber deutlich zu kurz. Eine gute Gesundheits- und Pflegepolitik muss Prävention konsequent im Blick haben. Denn die Vermeidung von Krankheit und Pflegebedürftigkeit führt nicht nur zu einer besseren Lebensqualität, sondern auch zu geringeren Ausgaben im Gesundheitswesen.
Demenzprävention spielt dabei eine zentrale Rolle – nicht zuletzt, weil demenzpräventive Maßnahmen auch bezogen auf andere Erkrankungen präventiv wirken.
Hintergrund:
Seit 1994 findet jeweils am 21. September der Welt-Alzheimertag statt, der von der Dachorganisation Alzheimer’s Disease International (ADI) mit Unterstützung der WHO initiiert wurde, um die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf die Alzheimer-Krankheit und andere Formen der Demenz-Erkrankungen zu richten. Die Woche der Demenz wird gemeinsam mit den Akteuren der Nationalen Demenzstrategie rund um den Welt-Alzheimertag organisiert.
Kontaktdaten:
Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. Selbsthilfe Demenz
030 – 259 37 95 12
pressedeutsche-alzheimerde
www.deutsche-alzheimer.de
www.welt-alzheimertag.de
Deutsche Gesellschaft für Gerontopsychiatrie und –psychotherapie e.V.
02262 - 79 76 83
www.dggpp.de
Hirnliga e.V. – Geschäftsstelle
02262 - 999 99 17
t.kunczikhirnligade
www.hirnliga.de
Informationen zur Nationalen Demenzstrategie:
www.nationale-demenzstrategie.de

