Deutsche Alzheimer Gesellschaft zum Welttag gegen die Misshandlung älterer Menschen: Schutz statt Tabu!

Saskia Weiß, Geschäftsführerin Deutsche Alzheimer Gesellschaft

Saskia Weiß, Geschäftsführerin der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V. Foto: Dorian Lötzer

Jahr für Jahr erleben Millionen ältere Menschen Gewalt in Form von körperlichen Übergriffen, psychischer Gewalt, Missbrauch und Vernachlässigung. Daran erinnert der heutige Aktionstag, der sich dieser Gewalt entgegenstellt. Besonders von Gewalt gefährdet sind Menschen mit Pflegebedarf und Demenz. Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft (DAlzG) fordert dazu auf, dass Maßnahmen zum Schutz der Betroffenen ergriffen werden statt das Thema zu verschweigen.

„Auch wenn wir keine genauen Zahlen dazu haben, wie häufig Menschen mit Pflegebedarf und Demenz in Deutschland tatsächlich Opfer von Gewalt werden, hören wir davon immer wieder in der Beratung an unserem Alzheimer-Telefon“, sagt Saskia Weiß, Geschäftsführerin der DAlzG. „Wir müssen aber davon ausgehen, dass nur die wenigsten Fälle an die Öffentlichkeit gelangen. Das Thema darf aber nicht totgeschwiegen werden. Immer weiter steigender Druck in Pflegeeinrichtungen und für pflegende Angehörige erhöht das Risiko für Misshandlung und Vernachlässigung. Hier braucht es frühzeitig Aufmerksamkeit und präventive Maßnahmen.“

Die DAlzG hat im Qualitätsausschuss Pflege an der Entwicklung von Empfehlungen für die Gestaltung von Prozessen zur Förderung des Gewaltschutzes in stationären und ambulanten Pflegeeinrichtungen mitgewirkt. Diese Empfehlungen sind ein wichtiger Schritt. Darüber hinaus braucht es aber unbedingt eine bessere Unterstützung der pflegenden Angehörigen, um Überforderung durch eine oft jahrelange Pflege zu vermeiden. „Mit großer Sorge sehen wir, dass der aktuelle Entwurf zur Pflegereform deutliche Einschnitte für die pflegenden Angehörigen vorsieht“, so Weiß. „Vieles, was in den letzten Jahren und Jahrzehnten erreicht wurde, droht jetzt wieder verloren zu gehen. Wir rufen alle Verantwortlichen dazu auf, ihre Entscheidungen auch unter diesem Aspekt zu bedenken!“